Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „Neubau eines Hotels im Kurpark“

„In seiner jüngsten Erklärung „WIR setzen uns für Bad Krozingen ein“ (u.a. veröffentlicht in der Stadtzeitung = Amtsblatt der Stadt Bad Krozingen vom 7.1.2015) behauptet der Gewerbeverband, dass die Gegner des Kurhotels im Kurpark „Keile … in die Gemeinschaft geschlagen“ hätten. Gleichzeitig nimmt er für sich in Anspruch „WIR setzen uns für Bad Krozingen ein“, andere also nicht? Daraus spricht ein erschreckend arroganter Absolutheitsanspruch, den ich im Interesse einer demokratischen Diskussionskultur entschieden zurückweisen muss!
1.    WIR = Gewerbeverband = Bad Krozingen? Es ist der Gewerbeverband selbst, der mit dieser demagogischen Gleichung „Keile in die Gemeinschaft schlägt“! Auch diejenigen, die mit guten Argumenten das Kurhotel an dem – vom potentiellen Investor und vom Kurdirektor als angeblich einzig möglichen propagierten – Standort im Kurpark ablehnen, überlegen und handeln im Interesse von Bad Krozingen! Sie wollen die Integrität und den Erholungswert des Kurparks als dem neben der Therme wichtigsten Markenzeichen des Heilbads bewahren! Was ist daran verwerflich?
2.    Wer mit „einem neuen Magnetbetrieb im Bereich Wellness“ eine „Lücke im Angebot schließen“ und „die Gesundheitsstadt Bad Krozingen stärken“ will, kann das ja gerne tun. Geeignete Standorte nahe bei Therme und Kurpark stehen zur Verfügung (Brache an der Hellmann-Allee, noch vorhandene, wenn auch fahrlässig eingeengte Freiflächen zwischen Kurgarten I und Kurpark). Die mit engem Blick auf überholte Planungen der frühen achtziger Jahre verbundene Fixierung auf die Fläche im Kurpark entlarvt sich selbst als unzeitgemäss und willkürlich.
3.    Die im Prinzip richtige Feststellung „Weder in der Natur noch in der Wirtschaft gibt es einen Schutz vor Konkurrenz“ zielt wohl auf den Verkehrsverein und trifft daneben! Wolfgang Kahle und seine Kollegen fürchten nicht den in der Sozialen Marktwirtschaft selbstverständlichen und notwendigen Wettbewerb, sondern sie prangern unfaire Wettbewerbsbedingungen durch einseitige Begünstigung eines einzelnen Konkurrenten an. Sie wehren sich zu Recht und hätten alle Unterstützung durch Bürgermeister, Gemeinderat, Kurdirektor und auch den Gewerbeverband verdient! Aber denen scheinen solche Feinheiten der Marktwirtschaft fremd zu sein…

 

Nebenbei: zum Jahresende hat das Staatsbad Bad Dürkheim das alteingesessene und hochmoderne Kurhotel (zwischen Spielbank und Kurpark!) mangels Belegung geschlossen. Glück auf Bad Krozingen!“

 
Wolfgang Heinz, Bad Krozingen

 

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