Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „Kurhotel in Bad Krozingen“

Das geplante Kurhotel wird weiter in Bad Krozingen diskutiert Thema ein Leserbrief erreicht – diesmal in Form eines „modernes Märchens“:

Liebes Markgräfler Bürgerblatt,

hier ein modernes Märchen zum Thema Hotel im Kurpark. Ich hoffe Sie haben Humor und drucken diese Parabel ab:
Ein Märchen aus unserer Zeit.
Es war einmal eine kleine Stadt im südlichen Breisgau und die hatte einen neuen Herrscher bekommen. Als er sein Amt angetreten hatte und bei seinem neuen Hofstaat Rat suchte, stellte er fest, dass es in dieser Stadt keine wirklich prächtigen Gebäude gab. Sein ganz besonderer Wunsch war daher der Bau eines neuen Schlosses. Auch sein Hofmarschall, der für die Gärten, die heißen Quellen und die Beherbergung der Gäste aus fernen Ländern zuständig war, unterstützte ihn mit ganzer Kraft in dieser Meinung, denn er hatte diese Idee schon lange im Herzen getragen. Sie wollten beide ein „richtiges“ Schloss in dem man auch noble Gäste bewirten und beherbergen konnte.
Für das neue Gebäude sollte aber ein großes Stück des bei den Untertanen beliebten Parkgeländes weichen, in dem viele alte Bäume standen, die einst von einem alten Schlossgärtner gepflanzt worden waren. Die Bürger der kleinen Stadt wollten das aber nicht, denn sie liebten diesen herrlichen Ort von ganzem Herzen. Also taten sie sich zusammen und warben um Zustimmung in ihrer Stadtgemeinschaft.
Eine edle Rittersfrau wurde zur Anführerin bestimmt und zahlreiche Burgfrauen und Ritter und Knappen standen ihr zur Seite. Als dann Tausende von Untertanen in mühseliger Anstrengung ihre Unterschriften geleistet hatten und diese dem König von der edlen Rittersfrau, vor dem versammelten Hofstaat, übergeben wurden, war er darüber nicht sehr glücklich. Er konnte nicht verstehen warum seine Untertanen diese Bäume und Wiesen so liebten und unbedingt erhalten wollten: „Seid Ihr sicher das Ihr diese alten Gewächse wirklich haben wollt? Die sind doch nicht mehr schön! Das neue Schloss ist doch viel prächtiger, und eine neue Spielwiese bekommt ihr auch. Seid ihr Euch sicher, dass all diese Signaturen, die Ihr mir übergeben habt, wirklich echt sind, dass sie freiwillig und mit bestem Gewissen geleistet wurden?“
Die aufsässigen Untertanen durften nur zuhören und dem Herrscher nichts erwidern. Auch der versammelte Hofstaat schwieg dazu und nur vereinzelte Stimmen regten sich. – So war es halt in diesem Königreich in dem die Untertanen wohl nicht viel zu sagen haben, obwohl sie große Erwartungen an den neuen König hatten.
Peter Krusche, Bad Krozingen

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