Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „Hotel in Kurpark“

Die Bürger Bad Krozingens sollen nun Anfang des kommenden Jahres über einen Hotelneubau im Kurpark entscheiden; die Bürgerinitiativ gegen den Hotelbau im Park hat bekanntgegeben, dass die von ihnen im Landtag eingereichte Petition ruhen soll, damit auf diese Weise das Bürgerentscheidverfahren nicht zeitlich verzögert wird.
Trotz dieses neuen Standes geht die Diskussion rund um das Projekt munter weiter – mit einem Schreiben der Bürgerinitiative und der neuesten, der fünften Fortsetzung des „modernen Märchens“.

„Liebes Markgräfler Bürgerblatt,
So geht es weiter mit der Geschichte vom Schloss im Park. In dieser Episode kommt es nun zu einer Entwicklung, die zu einem glücklichen Ende führen könnte. – Ein Märchen aus unserer Zeit – Teil 5.
Als nun der Hofrat auf Geheiß des Königs zusammen kam, um über den Bau des Schlosses im Park zu beratschlagen, da wurde deutlich, dass es nicht nur eine Meinung gab. Die einen wollten dem Willen der Bürger folgen, die anderen weiterhin ein Schloss im Park bauen. Die Argumente waren vielerlei und es war fast unmöglich eine gute Lösung zu finden. Die Absicht des Königs und des Hofmarschalls war weiterhin ein Schloss zu bauen und fürstlichen Gästen aus fernen Ländern dort eine prächtige Herberge zu bieten und die Bürger der kleinen Stadt wollten ihren geliebten  Park in seiner ganzen Schönheit erhalten.
In dieser dunklen Stunde der Verwirrung fiel dann ein Lichtstahl in die so gegensätzliche Diskussion. Ein Rechtsgelehrter hatte sich einen Weg erdacht, der zu einer Lösung des Problems führen könnte. Der Rat war dergestalt, dass die Bürger entscheiden sollten, ob der König und der Hofmarschall das Land für das Schloss dem Bauherrn tatsächlich zum Kauf überlassen sollten. Wenn die Bürger der kleinen Stadt gegen das königliche Lehen votieren würden, dann sollte der Park in seiner gesamten Pracht derzeit erhalten bleiben. Doch an der Absicht, irgendwann im Park doch noch ein Schloss zu bauen, wurde von der Mehrheit im Hofrats weiterhin festgehalten. In diesem Fall würde dann der Park in seiner gesamten Schönheit nicht erhalten.
Das Votum der Bürger dafür oder dagegen war für den zweiten Monat des kommenden Jahres geplant. Doch die Bürger hatten ja dem Kaiser eine Botschaft geschickt und hatten ihn um seine Gnade und Hilfe gebeten, dass er dem König und seinem Hofstaat nahe legen sollte auf die Stimmen der Bürger zu hören und dort im Park überhaupt kein Schloss zu bauen. Die Antwort des Kaiser war aber erst in geraumer Zeit zu erwarten und bis dahin konnte man doch kein Votum ansetzen ohne die Ehre des Kaisers zu verletzten. Die in ihrer Absicht gestärkten Bürger mussten sich nun beratschlagen und darüber entscheiden, ob man auf die Hilfe des Kaisers verzichten sollte, war doch die Möglichkeit, zu einer anderen Zeit dort ein Schloss zu bauen, durch den Vorschlag des Rechtsgelehrten nicht ausgeräumt. Daher lag es nahe, die Botschaft nicht zu widerrufen, aber vorerst ruhen zu lassen, in der Hoffnung, dass alles ein glückliches Ende nehme.“
Peter Krusche, Bad Krozingen

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …