Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „Hotel im Kurpark“

Das geplante Hotel im Bad Krozinger Kurpark bewegt die Gemüter weiter – und setzt auch die Federn der Märchenerzähler in Bewegung. Hier die nächste Folge der „Geschichte vom Schloss im Park“:

„Als man hörte, dass der König von mächtigen Fürsten seines Hofstaats in seinem Willen, das prächtige Schloss im Park der kleinen Stadt zu bauen, bestärkt wurde, hatten sich die Bürger ein Herz gefasst, waren ihren Ratgebern gefolgt. Sie hatten dem Kaiser in der fernen Hauptstadt des großen Landes nun eine seine Hilfe suchende Botschaft geschickt. Darin enthalten war die Bitte an den hohen Herrn, die Macht und Gnade seines Amtes auszuüben, und sie in ihrem wichtigen Anliegen, den Park der kleinen Stadt zu erhalten, gütig zu unterstützen.
Der Kaiser sollte dem König die Grenzen seiner Macht über die Bürger aufzeigen, verdankte der König doch seine gehobene Position der einstmals hoffnungsvollen Wahl durch die Einwohner der kleinen Stadt. Auch sollte der Kaiser dem Hofstaat dringlich anraten, den Willen des Volkes bei der Entscheidung zum Bau des Schlosses zu berücksichtigen. Diese wichtige Angelegenheit sollte also nicht nur mit dem Hofmarschall, dem Hofstaat und dem Bauherrn verhandelt werden. Zusätzlich hatten sie die Aufmerksamkeit der Kaiserlichen Rechtsgelehrten auf die Tatsache gelenkt, dass der Bauherr des Schlosses durch das großzügige Lehen des Königs einen beträchtlichen Vorteil haben würde. Einen Vorteil, den die Wirte der Herbergen leider nicht aufweisen konnten. Die königliche Bevorzugung des Bauherrn aus dem fernen Lande sollte daher sorgfältig geprüft werden, ob dies auch dem Recht und Gesetz des Kaiserreichs entspräche. Alle Bürger sollten doch die gleiche Stellung haben, vor dem Recht im diesem großen Land!
Dieses Unterfangen der Bürger war mutig, denn Sie hatten nun möglicherweise mit dem Unwillen des Königs und seines Hofstaates zu rechnen. Doch sie nahmen dies gerne in Kauf, denn sie wollten ihren herrlichen Park unbedingt erhalten.
Nun begann eine Zeit des Wartens für die kleine Stadt und ihre Bürger. Doch alle hatten die Hoffnung, dass der Kaiser des großen Landes ihr Anliegen wohlwollend bescheiden würde und der König und der Hofstaat auf ihr Anliegen in der nächsten Versammlung des Königlichen Hofrates eingehen würden.
Peter Krusche, Bad Krozingen

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