Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „Hotel im Kurpark“

Das geplante „Hotel im Kurpark“ und kein Ende: uns hat eine weitere Episode Von „Märchen-Onkel“ Peter Krusche zu diesem Thema erreicht

„Liebes Markgräfler Bürgerblatt vielen Dank, dass Sie so viel Humor gezeigt haben und schon zwei Folgen meines modernen Märchens zum Hotel im Kurpark veröffentlicht haben. – Hier nun die Fortsetzung, Teil 3, der Geschichte:
Nun ging es aber den Bürgern nicht aus dem Sinn, dass der König, in ihrem von ganzem Herzen geliebten Park, dieses Schloss unbedingt errichten wollte. Hatten sie doch, in großer Zahl, ihre Stimme dagegen erhoben, denn sie wollten den Park so erhalten wie er jetzt war. Die weisen Ratgeber hatten sich ja schon den Kopf zerbrochen um einen Weg zu finden, wie Sie den König überzeugen könnten. Der aber hörte nur auf seinen Hofmarschall, der dieses Schloss unbedingt errichten wollte, und sich erhoffte, dass dann seine Stellung am Hofe in einem neuen Glanze erstrahlen würde, so als wäre er auch ein König oder mindestens ein Prinz.
Der Bauherr, dem der König das Lehen versprochen hatte, war nun an den Hof gekommen und hatte dem Herrscher und dem versammelten Hofstaat die Ehre erwiesen und seine Pläne in leuchtenden Farben vorgestellt. Er war der festen Überzeugung, dass diese Stadt und besonders der Park der richtige Ort für das prächtige Bauwerk sein würden und alle darüber begeistert sein müssten. – Hatte er doch schon sieben andere Schlösser gebaut. – Besonders die herrschaftlichen Räume für die Gäste aus fernen Ländern, und die hervorragenden Einrichtungen für eine ehrenvolle Bewirtung, sollten doch überzeugen. Auch sollten die Metzger der kleinen Stadt ihre Würste an die Schlossverwaltung verkaufen können und die Krämer sollten natürlich auch etwas davon haben, weil sie ihre Waren den vornehmen Gästen anbieten konnten. – Die Versprechen des Bauherrn wurden im Übermaß gegeben und alle sollten doch glücklich sein.
Aber die Bürger der kleinen Stadt waren entsetzt, wollten Sie doch kein Schloss im Park, in dem sie täglich mit ihren Kindern ihre freie Zeit verbrachten. Warum sollte das Schloss nicht anderswo gebaut werden? – Es gab doch noch so viel unbebautes Land?
Der Unmut über die Hartnäckigkeit des Königs und seines Hofmarschalls erregte sie daher in großem Maße und sie machten viele schriftlichen Eingaben, um ihre Meinung kund zu tun. Aber der König wollte nichts davon wissen. Auch die Art, wie der Bauherr seine Pläne präsentiert hatte, vor dem gesamten Hofstaat, ohne sie, die Bürger oder die zahlreichen Wirte zu beteiligen, war nicht in ihrem Sinne gewesen. So begannen sie neue Pläne zu schmieden und nachzudenken, wie sie dieses Unglück noch verhindern könnten.“
Peter Krusche, Bad Krozingen

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