Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema: „Bebauung Käppelematten“

Zum aktuellen Thema „Käppelematten“ in Sulzburg schreibt uns ein Leser den folgenden Brief:

 

„Eigenwohl vor Gemeinwohl oder doch andersrum? Die Bürger entscheiden am 5. Februar 2017! Es fällt auf, dass seit Jahren immer mehr Anwohner eines geplanten Baugebietes auf die Barrikaden gehen! Auch beim geplanten Baugebiet „Käppelematten“ in Sulzburg hat der Anwohner Busch eine Bürger-Initiative gegen die Erstellung eines Bebauungsplanes für dieses Gebiet gestartet.

 
Auf den Plakaten „Käppelematten bewahren“ ist nicht ersichtlich, wer hinter dieser Initiative steht, warum diese Anonymität? Seriös wäre es, wenn Verantwortliche sich mit ihrem Namen zu erkennen gäben. Nur über die Presse sind die Namen Busch und Mohr in der Sulzburger Öffentlichkeit bekannt. Herr Busch wirft der Gemeindeverwaltung mangelnde Transparenz vor, dies trifft wohl eher auf die Bürgerinitiative „Käppelematten bewahren“ zu.
Busch möchte in seiner Nachbarschaft kein Baugebiet bzw. er möchte, dass eine nachfolgende Generation über die weitere Nutzung dieser Fläche entscheidet. Da die Weiterentwicklung einer Gemeinde nicht einfach mal 20 Jahre ausgesetzt werden kann, wodurch auch die Infrastruktur geschwächt würde, erscheint mir diese Forderung unrealistisch.
Auch das vorgeschobene Naherholungsgebiet hat keine besondere Wichtigkeit. Jeder Sulzburger, der vor seine Haustüre tritt und nach Norden, Osten und Süden blickt, schaut in den Wald, den er per Fuß in wenigen Minuten erreicht. Wir haben rund um das kleine Sulzburg ein riesiges Naherholungsgebiet.

 
In wieweit ist dieses feuchte Gebiet „Käppelematten“ ein touristisches Highlight? Bis vor wenigen Jahren war der Pfad zum Bubenbergweg ab Herbst nicht mehr begehbar, man ist im Morast versunken. Erst nachdem Herr Ehret – als Wegewart des Schwarzwaldvereins – den Pfad mit einer großen Menge Schotter befestigt hat, ist er ganzjährig zu begehen.
Keine Gemeinde kann Hausbesitzern vorschreiben was sie mit ihrem Wohneigentum machen, ob sie vermieten oder verkaufen oder Wohnraum Leerstehen lassen ist Privatsache. Die Bürgerinitiative fordert: Die Stadt solle mehr tun und Familien fördern, damit mehr Kinder geboren würden! Ein konkreter Vorschlag wird allerdings nicht unterbreitet.

 
Wir brauchen Zuwachs! Vor wenigen Wochen wurde das erste Haus im „Baugebiet Bahnhofplatz“ bezogen – eine junge Familie mit Kindern – genau das braucht Sulzburg auch in Zukunft. Übrigens, gegen das „Baugebiet Bahnhofplatz“ gab es keine Widerstände von Seiten der Nachbarn, es konnte zügig verwirklicht und wohl auch Kosten in Grenzen gehalten werden.
Stillstand ist Rückschritt! Mit ihrem Ziel – das Baugebiet „Käppelematten“ zu verhindern – verfolgt die Bürgerinitiative die Absicht, dass Bauwillige nicht nach Sulzburg kommen können oder auch da bleiben, da kein Bauplatz angeboten werden kann. Einheimische, die sich ein Eigenheim schaffen möchten, müssen sich auswärts umschauen.
Fazit: „Die Bügerinitiative Käppelematten bewahren“ möchte den Zuzug nach Sulzburg einschränken und den Wegzug fördern. Das kann nicht im Sinne der Gesamtgemeinde sein. Zur Sicherung und Verbesserung der Infrastruktur – Schule, Kindergarten, Vereine, Geschäfte, Unternehmen – ist jeder Einzelne wichtig.
Wer die Weiterentwicklung der Stadt Sulzburg unterstützen möchte, sollte auf dem Wahlschein NEIN ankreuzen, das bedeutet, dass er nicht für die Erhaltung der Grünfläche ist und dass ein Bebauungsplan erstellt werden kann.“

 

Freundliche Grüße! Thomas Sütterlin, Sulzburg

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