Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema: „Bebauung Käppelematten“

In einem Offenen Brief, der praktisch komplett in der Badischen Zeitung vom 7. Januar unter der Überschrift „Bürgerinitiative trommelt für Baugebiet“ veröffentlicht wurde, sprach sich eine Bürgerinitiative für die Bebauung der „Käppelematten“ aus. Die Bürgerinitiative „Käppelematten bewahren“ nimmt Stellung im Folgenden Stellung zu diesem Brief.

„Ein Großteil dieser Ausführungen bedarf einer Richtigstellung und Ergänzung:

 

 
1. Die Befürworter einer Käppelemattenbebauung berufen sich darauf, dass die Käppelematten schon seit langem für eine Bebauung vorgesehen waren.
Das ist unstrittig! Schon seit Anfang der 1980er Jahre sind die Käppelematten im Flächennutzungsplan der Stadt Sulzburg als mögliche Baufläche ausgewiesen.
Das heißt aber auch, dass ein 35 Jahre alter Plan vor einer konkreten Umsetzung durchaus auch noch einmal grundsätzlich auf den Prüfstand gesetzt werden sollte. Ein Abgleich mit den Realitäten ist im Sinne einer verantwortungsvollen Gemeindepolitik ein absolutes Muss! Zur Erinnerung: vor 20 Jahren gab es in Sulzburg noch kein Baugebiet Schlittenbuck, kein Baugebiet Erlenweg, kein Baugebiet Neubergweg 2, kein Baugebiet Bahnhofplatz, kein Baugelände unterhalb des Pflegeheims, und die Brühlmatten, auf denen sich neuerdings die Firma Hekatron bis zum Campingplatz mit 4-geschossigen Industriebauten ausdehnen darf, bestanden damals noch größtenteils aus Tennisplätzen und Obstbaumwiesen.
Inzwischen sind die Käppelematten die allerletzte möglicherweise bebaubare Ortsrandfläche, die Sulzburg überhaupt noch zur Verfügung hat. Was soll man sich in Zukunft unter einer „kontinuierlichen Bauflächenbereitstellung“, wie von den Befürwortern der Käppelemattenbebauung gefordert, vorstellen, wenn es im Kernort am Ortsrand einfach keine Bauflächen mehr gibt?

 

2. Die Befürworter einer Käppelemattenbebauung behaupten, dass nur ein Teil der vorgesehenen 2,1ha als Wohnbaufläche entwickelt werden soll.
Das ist falsch! Die gesamte Fläche soll bebaut werden.

 

3. Die Befürworter einer Käppelemattenbebauung behaupten, dass 2008 ein privater Investor eine Kernfläche des Gebietes bebauen wollte und die Stadt deshalb für das Gebiet eine Veränderungssperre erlassen hatte.
Fakt ist, der Investor wollte, ganz im Sinne einer nachhaltigen, bezahlbaren Baupolitik, ein mehrgeschossiges Doppelhaus nicht auf einer „Kernfläche“, sondern direkt an der Hauptstraße errichten. Die Käppelematten selbst hätten erhalten werden können.

 

4. Die Befürworter einer Käppelemattenbebauung behaupten, die Vorgehensweise der Stadt bis zum Gemeinderatsbeschluss am 12.05.2016 hätte allen Maßstäben der Transparenz und Bürgerbeteiligung genügt.
Fakt ist, dass es im Vorfeld des Beschlusses nur einen einzigen öffentlichen Hinweis zum Thema in Form eines dürren Tagesordnungspunktes im Gemeindeblatt gab, verteilt einen Tag vor der Gemeinderatsitzung: „Aufstellung eines Bebauungsplanes Käppelematten“. Kein Lageplan, keine Erklärung. Der letzte Schriftwechsel zwischen einem direkten Anlieger und der Stadt zum Thema Käppelematten stammt aus dem Jahr 2005, also vor über elf Jahren!

 

5. Die Befürworter einer Käppelmattenbebauung behaupten, dass viele junge Sulzburger Familien mangels Bauplätzen weggezogen sind beziehungsweise schon seit Jahren auf ein Baugebiet Käppelematten warten.
Es sind in den letzten 20 Jahren zahlreiche Baugebiete in Sulzburg und Laufen ausgewiesen worden. Die meisten der Grundstücke wurden an ältere Bauwillige ohne Kinder verkauft. Warum wurde nicht bevorzugt an junge bauwillige Sulzburger Familien, wenn es sie denn gab, verkauft, um diese in der Gemeinde zu halten?“

 
Bürgerbegehren „Käppelematten bewahren“, in Vertretung: Friedhelm Busch

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