Markgräfler Bürgerblatt

Kontoführungsgebühren? Noch sind keine Änderungen geplant

Geld am Automaten – bis auf weiteres ist dieser Service kostenfrei. Foto: Sparkasse

Freiburg/Müllheim. Gute Nachricht für Bankkunden: Die von vielen Experten vorausgesagten neuen Gebühren für Konten und Geldautomatennutzung wird es in absehbarer Zeit in Südbaden nicht geben.
Bankprofessor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt hatte behauptet, dass künftig für die Benutzung des Geldautomaten gezahlt werden müsse. Eine Umfrage des Markgräfler Bürgerblattes bei Sparkassen, Volksbanken sowie der Commerzbank hat ergeben: das ist weder geplant noch angedacht. So betont die Volksbank Müllheim: „Für Geldabhebungen unserer Privatkunden am eigenen Bankautomaten erheben wir keine Gebühren. Hier sind aktuell keine Änderungen geplant.“ Was sinngemäß von allen anderen befragten Finanzinstituten bestätigt wird.

 
Anders die Girokonten. Hier gibt es bei den Volksbanken verschiedene Modelle, die unterschiedlich bepreist sind. An sich, sagt die Commerzbank, sind Girokonten kostenlos. Dies aber nur unter bestimmten Bedingungen: „Das Girokonto ist kostenlos bei privater Nutzung, ab 1.200 Euro monatlichem Geldeingang und belegloser Kontoführung. Bei niedrigerem Geldeingang fallen 9,90 Euro/Monat an, für beleghafte Inlands-/SEPA-Überweisungen je 1,50 Euro.“
Ähnlich ist es bei den Sparkassen: „…über eine monatliche Pauschale sind im Grunde alle üblichen Zahlungsverkehrsdienstleistungen rund um das Girokonto abgedeckt. Konten für Schüler, Studenten und Auszubildende sind kostenlos. Alle übrigen Konten werden bepreist. Die monatlichen Pauschalpreise bewegen sich aktuell zwischen 3,90 und 11,90 Euro, je nach Umfang der darin enthaltenen Zusatzdienstleistungen.“ Allerdings: „Das Thema Gebühren bei Girokonten ist insbesondere dort verstärkt in den Fokus gerückt, wo bisher in großem Umfang kostenlose Girokonten angeboten wurden. Bisher wurden diese über andere Produktverkäufe Quersubventioniert. Das wird in der Niedrigzinsphase zunehmend schwerer, da die Erträge aus dem klassischen Anlagegeschäft wegfallen.“

 
Hier könnte sich also etwas tun. Getan hat sich schon etwas bei den Sparkonten: Waren bisher nur Großeinlagen von Negativzinsen betroffen, so erhebt seit kurzem die Volksbank Niederschlesien eine monatliche „Geldeinlagegebühr“, die deutlich über dem Zinssatz von 0,01 Prozent p.a. liegt. Während Sparkassen und Volksbanken der Region eine solche Gebühr (noch?) ablehnen, sieht das bei der Commerzbank etwas anders aus: Zwar berechne man keine Gebühren auf Sparkonnten, dies aber nur, wenn sie nicht für die Abrechnung von Wertpapiertransaktionen, als Belastungskonto für Kreditkartenabrechnungen oder vergleichbare Transaktionen genutzt werden: „Die Kosten für diese Art der Kontonutzung sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Zum 1. Januar 2017 erheben wir daher für diese Konten ein monatliches, pauschales Kontoführungsentgelt von 1,90 Euro.“ Hier sollte man also nachrechnen, ob andere Bankverbindungen nicht günstiger sind. (MBB)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …