Markgräfler Bürgerblatt

Kommt der „Projektbeirat 2.0“?

Gutachter Salem Blum aus Zürich legte neue Aspekte für den Ausbau der Rheintalstrecke vor. Foto: MBB:

Schweizer Gutachter bringt Hochgeschwindigkeitsausbau ins Wanken:

Kippen die Pläne der Bahn, auf der Rheintalstrecke zwischen der Ortenau und dem Markgräflerland künftig mit bis zu 250 Stundenkilometern schnell unterwegs zu sein?

Ein neues Gutachten, das von den Bürgerinitiativen in der IG BOHR und von 16 Kommunen zwischen Lahr/Ortenau und Lörrach in Auftrag gegeben worden ist, zeigt auf, dass die Bahn auf den umstrittenen Streckenabschnitten auch mit maximal 230 Stundenkilometer schnellen Zügen die gewünschte Vertaktung mit dem Zugnetz der Schweiz erreichen würde. Der Zeitverlust würde gerade einmal 35 Sekunden betragen. Die Kostenersparnis läge bei bis zu 350 Millionen Euro. „Zehn Millionen je Sekunde also“, wie Gerhard Kaiser von der Bürgerinitiative MUT vorrechnet. Sein Fazit: „Wir brauchen die Luxusplanung der Bahn nicht.“

Auch der geringere Stromverbrauch und die Lärmreduzierung durch die langsameren ICE wären bedeutend, so Gutachter Salem Blum vom Büro EBP in Zürich. Besonders schwerwiegend wäre, dass im Kreis Emmendingen und im Markgräflerland keine neuen Ausweichgleise nötig werden würden, was einen verminderten Flächenverbrauch von rund 15 Hektar bedeuten würde, so Blums Gutachten weiter. Vor diesem Hintergrund hat der Lörracher CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster „ein Nachfolgegremium für den Projektbeirat“ angeregt. Auch der Emmendinger SPD-Abgeordnete Johannes Fechner, Kerstin Andreae (Grüne), Christoph Hoffmann (FDP) und Tobias Pflüger (Die Linke) haben als südbadische Bundespolitiker neben weiteren CDU-Abgeordneten ihre Rückendeckung für die Anliegen der IG BOHR und eine neuerliche politische Bahn-Debatte signalisiert.

Nach der eingestürzten Tunnelbaustelle in Rastatt droht die Bahn erneut mit einem Projekt auf der Rheintalstrecke den Boden unter den Füßen zu verlieren. (MBB)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte dich auch interessieren …