Breisach Aktuell

Klein und fein, familiär und regional – so geht die Brauerei ins Jubiläumsjahr

Ganter braut seit 150 Jahren

Dass ein Unternehmen derart lange existiert ist tatsächlich eine Seltenheit. Von den 34 000 Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein haben es nur 78 geschafft, 150 Jahre oder noch älter zu werden.

Grund genug also zum Feiern. Ganter, die Freiburger Traditionsbrauerei, wird aus Anlass des Jubiläums im August zu einem großen Brauereifest einladen. Und im Vorfeld tut sich auch schon etwas: Ganter hat eine informative Firmen- und Familienchronik vorgestellt und aus dem Braukeller an der Schwarzwaldstraße kommt ein neues Lager-Bier – eine fast altehrwürdige Spezialität. Den Grundstein für die Gantersche Erfolgsgeschichte wurde 1865 gelegt. Damals kaufte der aus dem Wiesental stammende Gastwirtssohn Ludwig Ganter (genannt Louis) in der Freiburger Schiffstraße 7 die dort ansässige Brauerei von Wendelin Ringwaldt. Die Ganter Brauerei war geboren. Ludwig Ganters Unternehmen war trotz der Konkurrenz durch damals 40 Gasthäuser mit Braurecht so erfolgreich, dass die Räumlichkeiten im Herzen Freiburgs bald zu eng wurden. So fand er wenige Jahre später (1877) vor den Toren der Stadt den heutigen Standort, ein Gelände mit viel Platz und vor allem mit dem für das Bierbrauen notwendige weiche und klare Schwarzwald-Quellwasser, das bis heute in eigenen Tiefbrunnen gefördert wird. Der Sohn von Louis Ganter, Hermann, erlebte nicht nur wirtschaftliches Auf und Ab, Depression und Prosperität, sondern auch die Zerstörung des Stammhauses in der Schiffstraße gegen Kriegsende 1944. Aus- und Wiederaufbau der Brauerei gelangen dem Enkel des Gründers, Hans Ganter, der die Brauerei ab 1945 bis 1988 führte. Er sei eine Seele von Mensch gewesen, berichteten seine Mitarbeiter. Aber es herrschte keineswegs immer nur eitel Sonnenschein in der Brauerei. Noch vor wenigen Jahren diskutierten die Gesellschafter der Brauerei noch intensiv, ob sich die Eigenständigkeit noch länger tragen ließe angesichts eines immer aggressiver werdenden Biermarkts. Doch die Familie entschied: „Wir bleiben eigenständig!“. Die Brauerei wurde daraufhin kräftig umstrukturiert. Mit aller Entschlossenheit und den damit verbundenen Investitionen bauten die Ganters ihre Brauerei zu einer der modernsten in der Republik um. Der Umbau der Brauerei und die Konzentration auf regionale Spezialitäten (z. B. Freiburger Pilsner, Urtrunk, Magisch Dunkel) haben sich schon jetzt gelohnt. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz um 3,7 Prozent auf 17,3 Millionen Euro gesteigert werden. „Auf das schöne Betriebsergebnis sind wir richtig stolz“, so Frankenberger, das Unternehmen stehe auf einem wirtschaftlich soliden Fundament und arbeite kostendeckend. Ganter-Produkte gehen an derzeit ungefähr 1 000 Gaststätten und Getränkegroßmärkte zwischen Ortenau, Hochrhein und Hochschwarzwald. Und ab sofort können echte Ganterliebhaber übrigens noch eine Sorte probieren, das neue Lager Bier. Die Brauerei Ganter braut dieses untergärige helle Lager nach dem Originalrezept von Louis Ganter, etwas weniger gehopft, ein bisschen stärker eingebraut und mit einem Alkoholgehalt von 5,5 Prozent. Das Bier zum 150. Geburtstag wird in 0,5 Liter-Bügelflaschen verkauft – und in Erinnerung an Louis Ganter natürlich mit Original-Etikett beklebt. Das Lager der Ganter Brauerei zeichnet sich durch einen kräftigen Geschmack aus und ist dabei aber wunderbar süffig geblieben. Mit einer Stammwürze von 12,8 % ist das Bier ein typisches Lager. Lesenswert ist übrigens die von der Biographin Sabine Frigge verfasste Familiengeschichte der Ganters, die jetzt anlässlich des Jubiläums vorgestellt worden ist.

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …