Breisach Aktuell

Kinderstück verzaubert das Publikum

Die Familie um Hahn Caruso ist wieder vereint.

Festspiele Breisach begeistern mit Bremer Stadtmusikanten

Nach der grandiosen Premiere des Abendstücks, öffnete sich nun auch endlich der Vorhang für die Akteure des Kinderstücks: Die Bremer Stadtmusikanten. Die Festspiele Breisach luden das Publikum ein, mit Esel Beppo, Hund Hasso, Hahn Caruso und der Katze Lissy ein großes Abenteuer zu erleben. Seit vielen Jahren verzaubert das Kinderstück die Herzen der Zuschauer. Auch in der Saison 2016 können diese wieder mitfiebern. Peter W. Hermanns wandelte das Märchen der Gebrüder Grimm in eine fesselnde Bühnenfassung um. Sascha Bendiks sorgte mit den passenden Musikakzenten für gute Laune und tierische Spannung.
Gemeinsam stark
Esel Beppo (Judith Stubert), Hund Hasso (Lion Ganz), Hahn Caruso (Robin Schächtele) und Katze Lissy (Minja Bilharz) teilen sich ein Schicksal: Sie alle fallen ihren Besitzern mehr zur Last, als dass sie ihnen von Nutzen sind. Esel Beppo soll zur Salami verarbeitet, Hasso gegen einen neuen Hofhund ausgetauscht werden, auf Hahn Caruso wartet der Kochtopf und auch Lissy soll es an den Kragen gehen. So beschließt das ungleiche Quartett, dass „etwas Besseres als der Tod überall zu finden sei“. Sie schleichen sich bei Nacht und Nebel davon. Auf nach Bremen, um eine grandiose Musikkarriere zu starten. Unterwegs müssen sie sich gegen hungrige Wölfe sowie gefährliche, oder eher etwas tollpatschige, Räuber zur Wehr setzen. Anfangs gibt es noch jede Menge Streitereien unter den Vieren. Rasch bemerken sie jedoch, dass sie nur in der Gemeinschaft gegen den Rest der Welt bestehen können. Sogar Hund Beppo und Katze Lissy entwickeln eine tiefe Freundschaft. Gerne stehen sie einander hilfreich zur Seite. Doch wer hier eine traurige Geschichte erwartet, der liegt gänzlich falsch. Regisseur Hermanns fügt mit Geschick humorvolle Momente ein, die das Publikum zu wahren Lachssalven hinreißt. Die Hühner aus Carusos Harem haben mit ihrer Morgengymnastik und dem herrlichen Gegackere die Lacher auf ihrer Seite. Auch zeigen sich Bauer Manfred (Jörg Thiedig), Bäuerin Martha (Silvana Ganz) und Müllerin Hanna (Hannelore Stubert) von ihrer ulkigen Seite. Die vier Freunde legen ebenfalls ihre komischen Eigenarten an den Tag. Ein Abenteuer jagt das nächste. Sie verbringen schaurige Nächste im finsteren Wald, schlagen mit ihrer unharmonischen Musik gefräßige Wölfe in die Flucht und überlisten mit Tücke die gefährlichen Räuber. Nicht immer zählt die Muskelkraft – vielmehr ist Köpfchen gefragt. Doch welches Ende wird das Stück haben? Erreichen die vier selbsternannten Musikanten die Stadt Bremen? Gelingt ihnen der Durchbruch zu weltberühmten Musikern? Landen sie letztendlich doch alle im Kochtopf oder in der Pelle einer Salami? Oder – schlägt das Märchen etwa einen ganz anderen Weg ein und überrascht mit dem Ende das rätselnde Publikum? Selbstverständlich werden auch diese Fragen im Vorfeld nicht verraten – denn allen, die das Stück noch besuchen, soll die Spannung bis zum letzten Wort erhalten bleiben.

Grandios
Das Ensemble des Kinderstücks setzt sich aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammen. Es ist ein wahrer Augenschmaus, das herrliche Miteinander auf der Bühne von den Zuschauerrängen aus zu beobachten. Ein großes Lob gebührt dem Team der Maske um Brigitte Paulsen-Uhl. Mit viel Liebe zum Detail schöpfen sie aus dem Vollen der Maskenbildner-Kunst. Trotz der Halbmasken heben sie die charakteristischen Züge der Bremer Stadtmusikanten geschickt hervor. Die Kostüme sind perfekt geschneidert. Kleine Accessoires runden das Ganze ab und tragen zur Erheiterung des Publikums bei. So beispielsweise, als Bäuerin Martha ihre geliebte Katze Lissy für einen Schönheitswettbewerb mit Schaum, Puder und pinken Schleifen „aufhübscht“. Für die Bühnenbildner um Stephanie Breidenstein ist es immer wieder eine immense Herausforderung, die passende Kulisse zu schaffen. Mit Bravour haben sie ein Bühnenbild gebaut, welches in wenigen Handgriffen von der Szenerie der Bremer Stadtmusikanten in die des Glöckners umgestaltet werden kann. Die wochenlangen Proben, unzähligen Näh- und Handwerksstunden, die Musikauswahl, Licht und Technik – dies alles läuft hinter der Kulisse der Festspielbühne ab. Doch sieht man das grandiose Resultat, können sich die Festspieler mit Stolz selbst auf die Schulter klopfen. Die Akteure geben ihr letztes, schauspielerisches Hemd und überzeugen damit auf ganzer Länge. Die Zuschauer dankten ihnen mit minutenlangem, tosendem Applaus, Rufen und Pfiffen. Die Bremer Stadtmusikanten ist ein wundervolles, unterhaltsames Stück für Groß, Klein, Jung und Alt – wer es verpasst, hat was verpasst.

Spieltermine sind:
Juli: 3./10./17./24;
August: 21./28., und 26.:
19 Uhr Abendvorstellung;
September: 4./11.

Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Homepage unter: www.festspiele-breisach.de

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