Breisach Aktuell

„Keine Chance für Rechtspopulisten“

Wie in jedem Jahr überreichen die „lustigen Tuniberger“ traditionell die Neujahrsbrezel. Bild: BA

Neujahrsempfang der Stadt Breisach am Rhein

Die Klugheit der Menschen lässt sich aus der Sorgfalt ermessen, mit der sie das Künftige bedenken. Ganz in diesem Sinne äußerte sich der Bürgermeister Oliver Rein am Abend des Neujahrsempfangs der Stadt Breisach in der Stadthalle auch klar, deutlich und unmissverständlich zu Problemen der heutigen Zeit:  „Den Rechtspopulisten darf keine Chance gegeben werden in Anbetracht der anstehenden Bundestagswahl. Die Welt ist viel zu komplex, um nur einfache Antworten zu suchen, die Demokratie muss ihre Antworten zu den derzeitigen Problemen mehrheitlich finden. Die Meinungsfindung in einer Demokratie in Zeiten von Brexit, Rechtspopulismus, Trump, Terror und Dieselgate ist schwere Arbeit, dafür danke ich den Abgeordneten“.
Am Abend waren neben vielen Breisachern, Ehrengästen, darunter auch Bürgermeisterkollegen sowie die Bundetagsabgeordneten Gernot Erler, Matern von Marschall sowie Kerstin Andreae und der Landtagsabgeordnete Patrick Rapp auf der Gästeliste der Stadt Breisach zu verzeichnen.
Kommunikation und das Zusammenstehen der Bürger zeichnet den Neujahrsempfang aus. Das ist es, was Oliver Rein sich dabei auch wünscht. Er selbst reflektiert dabei den kommunalen Blick auf das vergangene Jahr und vermittelt den Blick aufs Neue Jahr. Eindrücke, die schon in den Schlagworten Dimensionen von Generationenprojekten verkünden. Auch Generationen sind es, die Aufmerksamkeit erzeugen. Zwei der ältesten Bürgerinnen der Stadt Breisach sind 104 Jahre alt, bei den Männern liegt die Schlagzahl bei 98 Jahren. Die Einwohnerzahl belief sich Ende 2016 auf 16.432 Einwohner, das entspricht einer Gesamtsteigerungszahl von insgesamt 2,7 Prozent. Der Altersdurchschnitt liegt bei den Frauen bei 43,62 und bei den Männern bei 41,45 Jahren. Von diesen Einwohnern sind 4.292 sozialversicherungspflichtig am Arbeitsstandort Breisach gemeldet. So viele wie noch nie und die Arbeitslosenzahl liegt auf einem Rekordtief. Die Einwohner haben aber große Projekte zu tragen. Die Retention, die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt, die Sport- und Mehrzweckhalle, das integrierte Stadtentwicklungsprogramm, die Bebauungspläne Hotel am Rhein, Münsterberg, Läger IV in Gündlingen, Feuerwehr Rimsingen und das Bebauungsplanverfahren KBC Gelände, die Baugebietsentwicklung Vogesenstraße, das Baugebiet Schlossfeld Erweiterung in Oberrimsingen, die Erweiterung Kinderhaus in Niederrimsingen und die Fertigstellung Bahnhofstraße. Dazu kommt noch die Gesamtfortschreibung des Regionalplans Südlicher Oberrhein mit Erweiterung Kiessee Joos, Kiesseezusammenlegung Uhl-Flückiger, Petersee Niederrimsingen, Steinbruch Kalkwerk Merdingen und Asphaltmischwerke. Dazu kommen noch weitere wesentliche wirtschaftliche Kernstücke wie die Gründung des Eigenbetriebs Stadtbau Breisach. Auch die Verkehrsentwicklung mit dem neuen Verkehrskonzept rund um die neue Stadtmitte polarisiert genauso wie die Flüchtlingssituation in Breisach. Damit ist aber noch kein Ende in Sicht. Die Stadt Breisach ist auch  Schulträger. Dabei sind 16 aufgestellte Schulcontainer keinesfalls zukunftsrelevant und teuer. Die Gebäude sind abgeschrieben und somit werden die Grenzen der Nachhaltigkeit gesprengt.

v.l.: Michael Mros und Gerhard Huber wurden von Bürgermeister Oliver Rein mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Bild: BA

Die Zukunft Breisachs fokusiert sich im neuen Jahr auf die Umsetzung der Aufgabenfelder aus der Lagefortschreibung aus dem Jahr 2016. Dazu kommen noch neben dem Wunsch nach einem friedvolleren weltpolitischen Jahr die kommunalen Aufgaben in der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft und die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen im Eurodistrict im grenzüberschreitenden Zweckverband. Der Breitbandausbau wird ebenso wichtig eingestuft, wie der Wasseranschluss an Hausen und die Einführung des neuen kommunalen Haushaltswesens. Im guten Miteinander in der Bürgerschaft will der Bürgermeister mit seinen Ortsvorsteherkollegen aus den Ortsteilen Gündlingen, Nieder- und Oberrimsingen und unter Bürgerbeteiligung sowie mit der Förderung Breisacher Vereine  und Institutionen im Jahr 2017 alle Aufgaben meistern. Dafür dankte er im Voraus allen Beteiligten, Handel und Gewerbe insbesondere deswegen, weil Breisach keine Schlafstadt ist und den Vereinen, weil gerade diese eine Stadt erst lebenswert gestalten.
Zwei dieser Vereinsvertreter wurden am Abend mit der Verdienstmedaille der Stadt Breisach ausgezeichnet.
Das waren Gerhard Huber und Michael Mros, die beide langjährig Führungsaufgaben wahrgenommen haben und dabei besondere Verdienste erlangt haben. Jörg Wiebeck war ja bereits bei der 50-Jahr Feier des THW Breisach diese Medaille zuteil geworden. Mros erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk im Engagement um die Fasent seit dem Jahr 1958. Der Fasentlichtträger erwarb sich die Verdienste als Spättle, Brysacher Hofnarr und als Musiker in der Kapelle Krach und Streit. Auch der Radsportverein stand auf seiner Agenda. Ohne sein Zutun gäge es den Bürgerbusverein in der heutigen Form auch nicht.
Huber engagierte sich leidenschaftlich im Schwarzwaldverein, in der Bürgerinitiative für Retention, im Turnverein und im Ruderverein. Grenzüberschreitende Aktivitäten förderte er ebenso wie das Vereinsheim des Schwarzwaldvereins. Zwischenzeitlich ist er auch Ehrenvorsitzender.Menschen des Jahres 2016 waren Bobby Hanagarth, der Träger des Bundesverdienstkreuzes, Lothar Neumann, Kerstin Manz, Maria Traber,  und Norbert Scheiwe. Florian Herth ging in den Ruhestand. Martina Hohwieler ist neue Schulleiterin am Theresianum, Michael Grüninger neuer Vorsitzender des Vorstandes bei der Sparkasse Staufen-Breisach, Claus Vollmer ist neuer Bautechniker und Armin Schätzle neuer Hauptamtsleiter bei der Stadt Breisach.
Ehrungen gab es für Verdienste der Sportler von Karate Dojo Breisach, vom Breisacher Ruderverein, vom Turnverein Breisach aus Leichtathletik und mit dem Rhönrad, für den Automobilclub Kaiserstuhl und den Radsportverein Breisach. Erste Plätze und nachrangige hohe Plätze gab es bei Südbadischen Meisterschaften, bei Badischen Meisterschaften, bei Landesmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften und bei internationalen Meisterschaften. Die herausragenden Sportlerinnen und Sportler waren in ihren sportlichen Kategorien Marius Werz, Finn Breitenfeldt, Jakob Thoma, Quentin Hellwig, Raphael Wolf, Estelle Schiffmann, Lilly Schillinger, Henning Baas, Miriam Olschok, Kristina Magnier, David Klug, Gabi Engelhardt, Sophie und Isabella Ewert , Frank und Nico Wiedemann, Mike Kunzelmann, Björn Ehret, Manuela Fey, Andreas Nübling, Marcel Fischer und Feistel Andreas.

Auch eine ganze Reihe von Sportlern wurden beim Neujahrsempfang in der Stadthalle ausgezeichnet.
Bild: BA

Die Feierlichkeiten des Neujahrsempfangs der Stadt Breisach wurden durch das Jazz Ensemble der Jugendmusikschule unter Leitung von Thomas Wenk umrahmt. Elisabeth König, Joy Culig, Nathanael Blumenröther, Fabio Rauscher und Vincent Brunner waren weitere Musiker des Jazz Ensembles.
Die Neujahrsbrezel überbrachten die „lustigen Tuniberger“ in diesem Jahr mit einem kleinen Schwank angelehnt an die Kultfiguren „Hannes und der Bürgermeister“. Zuvor hatte der Erste Bürgermeisterstellvertreter Jörg Leber seinen Dank an die Verwaltung und an Bürgermeister Oliver Rein überbracht. Seit dem Jahr 2006 leitet Rein die Geschicke der Stadt. Auch der Familie des Bürgermeisters dankte Leber insbesondere verbunden mit dem gemeinsamen Wunsch auf ein gutes neues Jahr 2017.

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