Breisach Aktuell

Julius Leber Grund- und Werkrealschule Breisach ehren Namensgeber

Namensgeber wurde geehrt

Im November 1969 vor 45 Jahren wurde die Julius-Leber- Schule Breisach eingeweiht. Aus diesem Anlass sandte der damalige Bundeskanzler Willy Brandt der Schule ein Telegramm nach Breisach. Darin forderte er Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer dazu auf, sich mit der Persönlichkeit von Julius Leber auseinanderzusetzen und sich an seiner Haltung zu orientieren. Diesem Aufruf Willy Brands kam die Schule auch in diesem Jahr wieder nach.

Die Julius-Leber-Schule ehrte nun bereits zum vierten Mal den Namensgeber ihrer Schule. Der „Julius-Leber-Tag“ ist zum festen Bestandteil des Jahreskalenders der Schule geworden und wird jährlich am 16. November, dem Geburtstag Julius Lebers, im Rahmen einer Schülervollversammlung gefeiert. Dieses Jahr wäre der Namensgeber unserer Schule 124 Jahre alt geworden. In einem Rollenspiel erinnerten Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 9b unter der Leitung der ISP-Studierenden Frau Katharina Leinert, Frau Katja Hütter und Herrn Hildenbrand vor der versammelten Schülerschaft an das Leben und Wirken von Julius Leber, welcher der Schulgemeinde in vielerlei Hinsicht ein Vorbild sein kann. Der aus Biesheim stammende und unter einfachsten Verhältnissen aufgewachsene Julius Leber besuchte in Breisach und Freiburg die Schule. Seine Ziele hat er durch besonderen Einsatz, Fleiß und Durchhaltevermögen erreicht und musste nebenher während seiner gesamten Schulzeit für sein Essen arbeiten. Nach dem Abitur meldete sich Leber 1914 freiwillig und wurde als Frontoffizier mehrfach für seine Tapferkeit ausgezeichnet. Nach dem Krieg studierte er und machte seinen Doktor in Volkswirtschaft an der Universität Freiburg. Danach zog es Julius Leber nach Norddeutschland in die Stadt Lübeck. Dort heiratete er und wurde im März 1921 Chefredakteur der Zeitung „Lübecker Volksbote“. Er interessierte sich schon seit seiner Schulzeit für Politik und war Mitglied in der SPD. In der Weimarer Republik wurde Julius Leber Politiker, war Mitglied der Lübecker Bürgerschaft und wurde im Mai 1924 als Abgeordneter der SPD in den Reichstag nach Berlin gewählt. Er bezeichnete die Nazis als die „Totengräber Deutschlands“ und galt als Anführer und mutiger Kämpfer für seine Überzeugungen. Er wurde von den Nazis verhaftet und verbrachte vier Jahre im Gefängnis und in Konzentrationslagern. Man versuchte seine aufrechte Haltung zu brechen, doch Julius Leber hielt Zeit seines Lebens an seinen Idealen von einem freien Deutschland, erbaut auf den Fundamenten von Gerechtigkeit, Demokratie und Menschlichkeit fest. Als Julius Leber 1937 aus der Haft entlassen wurde zog er nach Berlin. Er wurde Teilhaber einer Kohlenhandlung und schaffte sich somit eine Tarnung für seine politische Arbeit. In Wirklichkeit knüpfte er Kontakte zum im Untergrund arbeitenden Widerstand gegen Hitler. Er nahm bald eine wichtige Rolle innerhalb des Widerstands gegen Hitler ein. Die Freundschaft zu Graf Schenk von Stauffenberg, den er im Dezember 1943 kennenlernte, ließen ihn an den Vorbereitungen für ein Attentat auf Hitler teilhaben. Stauffenberg wollte, dass Julius Leber nach dem gelungenen Umsturz Innenminister oder gar Reichskanzler in einem befreiten Deutschland nach Hitler werden sollte. Julius Leber wurde jedoch von einem Spitzel verraten und am 22. Juni 1944 erneut verhaftet. Am 20.Oktober 1944 wurde Julius Leber zum Tode durch den Strang verurteilt. Er wurde am 5. Januar 1945 in Berlin Plötzensee von den Nazis ermordet. Julius Leber bewies in dunkelster Zeit großen Mut und gab sein Leben für ein freies, demokratisches Deutschland. Seine Tochter Katharina Christiansen-Leber sagte über ihren Vater: „Freilich wäre es mir lieber gewesen, einen lebenden, liebenden Vater zu haben als einen Helden, der nicht mir, sondern der Nation gehört. Natürlich bin ich stolz auf Vater. Aber nicht, weil er sein Leben für einen gute Sache hingegeben hat. Das wäre meiner Meinung nach die Pflicht eines jeden anständigen, politisch klarsehenden Mannes angesichts der furchtbaren Verbrechen um ihn herum gewesen. Ich bin stolz auf meinen Vater, weil er ein so einzigartiger, hinreißender Mensch gewesen ist.“

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