Breisach Aktuell

Interview zur Bürgermeisterwahl VOGTSBURG 2015

Unsere Fragestellung an alle Kandidaten:

Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters von Vogtsburg. Für die Information der Wählerinnen und Wähler erbitten wir zu den gestellten Fragen eine kurze Antwort.

Frage 1

Welche berufliche Ausbildung und Tätigkeit befähigt Sie zum Bürgermeister/in?

Frage 2

Besitzen Sie bereits kommunalpolitische Erfahrungen und wenn ja, welche?

Frage 3

Was sind Ihrer Meinung nach die fünf wichtigsten Themen der Stadt Vogtsburg in naher Zukunft?

Frage 4

Welcher Stellenwert hat für Sie die Gewerbeansiedlung neben Weinbau, Tourismus und Natur in Vogtsburg?

Frage 5

Wie ist Ihre Haltung zu den „ökologischen Flutungen“ bei der Hochwasserrückhaltung (IRP)?

Frage 6

Wenn Sie gewählt werden, welches für Sie wichtige Thema werden Sie als erstes angehen?

 

Bürgermeisterkandidat

Bitzenhofer

Harald Bitzenhofer

Zu Frage 1

Für die Tätigkeit eines Bürgermeisters qualifiziert mich meine sehr gute Ausbildung zum Dipl. Verwaltungswirt mit Zusatzausbildung Betriebswirtschaft. Meine hohe fachliche Kompetenz und mein umfangreicher Erfahrungsschatz durch meine vielseitigen Tätigkeiten beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Baurechtsbehörde und Kommunalaufsicht, und bei der Stadt Breisach am Rhein als Haupt- und Personalamtsleiter geben mir das Rüstzeug für die Tätigkeit als Bürgermeister.

Zu Frage 2

Kommunalpolitische Gremienarbeit ist seit über 20 Jahren mein tägliches Brot. Beruflich bin ich mit den vielfältigsten kommunalpolitischen Gremien auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigt. Im Ortsteil Oberrotweil war ich 15 Jahre Mitglied im Ortschaftsrat.

Zu Frage 3

Wir müssen verstärkt den Strukturwandel im Weinbau begleiten und konzeptionell den sanften Tourismus voranbringen. Für eine tragfähige Entwicklung brauchen wir die notwendigen Verkehrsanbindungen, insbesondere die B31 West und einen sinnvollen Öffentlichen Personennahverkehr innerhalb der Stadt. Darüber hinaus ist das in Planung stehende Versorgungszentrum unbedingt sinnvoll umzusetzen. Wichtig ist mir auch die Natur- und Kulturlandschaft und somit den Erholungswert dieser Stadt zu pflegen.

Zu Frage 4

Um jungen Familien in Vogtsburg künftig eine Perspektive bieten zu können, brauchen wir wohnortnahe Arbeitsplätze. Daher ist für mich wichtig, dem ansässigen Gewerbe gute Bedingungen bieten zu können und für neues Gewerbe gute Grundlagen bereitzustellen. Dadurch könnte auch die Finanzsituation der Stadt Vogtsburg selbst verbessert werden. Eine Gewerbeansiedlung muss sich natürlich in die einzigartige Kultur- und Erholungslandschaft einbetten.

Zu Frage 5

Ich vertrete voll und ganz die Ansichten der Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention. Die hier entwickelte erweiterte ökologische Schlutenlösung mit entsprechenden Fließpoldern kann uns die Erholung der Rheinauenwälder sichern. Darüber hinaus sind die landwirtschaftlichen Flächen sowie die bebauten Flächen außerhalb des Rückhalteraums vor Grundwasseranstieg zu schützen. Die Belange der Vereine sind zwingend zu berücksichtigen und Kosten gegebenenfalls angemessen zu entschädigen.

 Zu Frage 6

Man kann sich nicht auf ein Thema beschränken, sondern muss mit vollem Elan an die gestellten Aufgaben und Themen der Gegenwart und Zukunft herangehen. Dabei möchte ich auch gemeinsam mit der Verwaltung, den Ortschaft- und Gemeinderäten und den jeweiligen Experten aus dem Weinbau, dem Tourismus, dem Gewerbe, und insbesondere auch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Vogtsburg ins Gespräch kommen und die Prioritäten festlegen.

 

Bürgermeisterkandidat

Bohn

Benjamin Bohn

Zu Frage 1

Durch mein Studium habe ich mir umfangreiche Methodenkompetenz erworben, die ich als Verwaltungschef nutzen werde. Ich decke geistes- und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte ab. Durch meine langjährige Tätigkeit als Journalist habe ich viele Menschen und Gruppen in Vogtsburg kennen gelernt und einen tiefen Einblick in ihre Anliegen bekommen. Derzeit setze ich mich als Pressesprecher beim Badischen landwirtschaftl. Hauptverband für die positive Wahrnehmung von rund 17.000 Mitgliedern ein.

 Zu Frage 2

Für das Amt als Vogtsburger Bürgermeister kann ich auf meine mehrjährige Erfahrung in der Vogtsburger Kommunalpolitik aufbauen. Seit 2009 bin ich für die Freien Wähler Mitglied im Vogtsburger Gemeinderat und seit 2014 im Burkheimer Ortschaftsrat. Ich habe in den vergangenen Jahren die Verwaltungsabläufe kennengelernt, einen umfangreichen Einblick in die kommunalpolitischen Themen von Vogtsburg im Kaiserstuhl gewonnen und zahlreiche Projekte in meiner Heimatgemeinde aktiv begleitet.

Zu Frage 3

Große Bauprojekte, die in Vogtsburg im Kaiserstuhl umgesetzt werden müssen, sind das Versorgungszentrum in Oberrotweil und das Melap-plus-Projekt „Aus 3 mach 1“ in Achkarren, bei dem aus der Schule ein Mehrzweckgebäude entsteht. Außerdem sind der Strukturwandel im Weinbau und die Retention weitere bedeutende Themen. Ich sehe es auch als meine wichtige Aufgabe an, in der Bevölkerung das Miteinander und das positive Bewusstsein für unser gemeinsames Vogtsburg im Kaiserstuhl weiter zu stärken.

 Zu Frage 4

Weinbau und Tourismus sind für Vogtsburg wichtige Themen. Für die Entwicklung unseres Gewerbegebiets wirkt der Planungsstopp der B31 West wie ein Hemmschuh. Deshalb werde ich mich für den Weiterbau der B31 West einsetzen, um Vogtsburg als Gewerbestandort durch eine bessere infrastrukturelle Anbindung attraktiver zu machen. Durch Standortmarketing sollen zudem neue Gewerbetreibende gewonnen werden, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und zusätzliche Gewerbesteuer zu generieren.

 Zu Frage 5

Die Retention ist ein Thema, das besonders für Burkheim aber auch für andere Stadtteile Folgen mit sich bringt. Als Mitglied der Bürgerinitiative (BI) für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim unterstütze ich die hervorragende Arbeit der BI. Ich setze mich für die „ökologische Schlutenlösung plus“ anstelle ökologischer Flutungen ein, um den Rheinwald als Natur- und Erholungsraum für Einheimische und Gäste zu erhalten. Außerdem müssen alle Betroffenen angemessen entschädigt werden.

   Zu Frage 6

Ich werde mich zuerst in die neue Aufgabe als Vogtsburger Bürgermeister eingehend einarbeiten, um anschließend die anstehenden Themen und Herausforderungen zu priorisieren. Generell werde ich immer die Devise verfolgen: Zuerst analysieren und zuhören, dann entscheiden und handeln. Zu den Themen, die ich als erste angehen werde, gehört sicherlich eine Verbesserung der Mobilität im Stadtgebiet. Gemeinsam mit den Vogtsburgerinnen und Vogtsburgern werde ich dafür das Projekt „Bürgerbus“ starten.

 

Bürgermeisterkandidatin

Baumgartner

Christine Baumgartner

Zu Frage 1

Ich habe ein betriebswirtschaftl. Studium an der Berufsakademie in Villingen-Schwenningen absolviert. Als Diplom-Betriebswirtin arbeite ich seit 1992 im Controlling der SMP (Peguform) in Bötzingen. Meine kaufmännischen Erfahrungen habe ich durch die Arbeit in verschiedenen Abteilungen innerhalb des Controllings kontinuierlich ausgebaut. Meine sozialen Kompetenzen aus Berufsleben, Erziehung der Kinder, als auch der ehrenamtlichen Aufgaben runden meine Qualifikationen ab.

Zu Frage 2

2009 wurde ich in den Ortschaftsrat von Vogtsburg-Oberbergen gewählt.

Seit Juli 2014 bin ich im Gemeinderat der Stadt Vogtsburg.

Zu Frage 3

Nach einer Einarbeitungsphase durch ABC-Analyse ist festzulegen, welche Themen, die wichtigsten sind, die durch die Gemeinde alleinig vorwärts gebracht werden können. Strukturwandel im Weinbau, B31 West und Retension sind Themen, die in Abhängigkeit mit anderen Entscheidern vorwärts zu bringen sind.

Deshalb halte ich für Vogtsburg vor allem folgende Themen für wichtig,

  1. Kinder und Senioren
  2. Gewerbe und Bauen

Zu Frage 4

Die Ansiedlung von neuen Gewerbetrieben ist für Vogtsburg sehr wichtig. Auch im Dienstleistungssektor gilt es Firmen für Vogtsburg zu gewinnen. Dadurch können qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze wohnortnah geschaffen werden.

Dafür muss aber die Infrastruktur geschaffen werden, dazu zählt neben dem Ausbau der B31 West, auch schnelles Internet und Breitband, aber auch die Möglichkeit in der Nähe des Arbeitsplatzes zu Wohnen.

Zu Frage 5

Mit der Änderung der bisherigen Planung im Sinne der „ökologischen Schlutenlösung Plus“ könnte das anstehende Planfeststellungsverfahren zum Abschluss gebracht werden. Das sollte allgemein erklärtes Ziel sein.

Zu Frage 6

Vogtsburg attraktiver machen für Alle. Für uns Bürger(innen), für Touristen und Gewerbe, das ist allgemein erklärtes Ziel. Hier gilt es, durch Bündelung von Ideen in realistische und zügig umsetzbare Projekte positive Akzente zu setzen. Der Weg der kleinen Schritte! Die Einführung eines Bürgerbusses in Abstimmung mit den Zug-/Buslinien der SWEG und dem Schmidtbus halte ich für eine gute Idee. Da kann in Breisach nachgefragt werden, wie das dort erfolgreich eingeführt wurde.

 

Bürgermeisterkandidat

Henninger

Elmar Henninger

Zu Frage 1

Als Diplom-Verwaltungswirt (FH) und geprüfter Wirtschaftsförderer (VWA) bringe ich über zwei Jahrzehnte Verwaltungs- und über 14 Jahre Erfahrung in der Wirtschaftsförderung mit. In der 45.000 Einwohner-Stadt Singen habe ich im Büro des Oberbürgermeisters erste Einblicke in einer großen Stadt sammeln können. Als stellvertretender Hauptamtsleiter der 13.000 Einwohner- Gemeinde Friesenheim und seit 2013 als Hauptamtsleiter der Stadt Vogtsburg habe ich meine Verwaltungserfahrung weiter ausgebaut.

Zu Frage 2

Meine kommunalpolitischen Erfahrungen bringe ich aus meiner Tätigkeit in Friesenheim (2000-2012) und Vogtsburg (seit 2013) mit. Ich bin ununterbrochen in den Gemeinderatssitzungen mit dabei und habe die Spielregeln der Kommunalpolitik gelernt. Seit 14 Jahren bereite ich Beschlüsse für Wirtschaftsthemen und als Hauptamtsleiter zu vielen grundsätzlichen Angelegenheiten vor.

Zu Frage 3

Wichtige Themen bleiben weiterhin Investitionen in den Kleinkind- und Kindergartenbereich. Attraktive Angebote für Jugend und Familie mit einem guten Öffentlichen Personennahverkehr, Breitband und verfügbare Bauplätze sind ebenfalls wichtig. Das Seniorenzentrum ist auf den Weg gebracht und sollte zeitnah umgesetzt werden. Eine verträgliche Retention durch die „Schlutenlösung plus“ und der Weiterbau der B31 West werden uns weiter intensiv beschäftigen.

Zu Frage 4

Einen sehr hohen Stellenwert. Als geprüfter Wirtschaftsförderer weiß ich, wie wichtig Gewerbeansiedlungen, aber auch die Bestandspflege sind. Ich möchte aktiv Gewerbeflächen anbieten und diese intensiv vermarkten. Um einen regelmäßigen Informationsaustausch zu gewährleisten, plane ich für das Gewerbe einen Runden Tisch einführen. Für den Weiterbau der B 31 West und somit für die Anbindung des Gewerbegebietes werde ich mich weiter einsetzen.

Zu Frage 5

Ich werde mich weiterhin für die „Ökologische Schlutenlösung plus“ einsetzen und die ökologischen Flutungen konsequent ablehnen. Die Auswirkungen von Ökologische Flutungen wären für den Naherholungsraum Rheinaue verheerend. Die ökologischen Flutungen sind an bis zu 65 Tagen im Jahr vorgesehen. Der Naherholungsraum wäre deshalb für die Einheimischen und Touristen über längere Zeit nicht nutzbar. Der derzeit vorhandene, wertvolle Rheinwald würde in großen Teilen zerstört.

Zu Frage 6

Meine Kandidatur habe ich unter das Motto „WIR FÜR VOGTSBURG“ gestellt. Mir ist es wichtig, die Bürgerbeteiligung auszubauen und die Verwaltung als Dienstleister zu präsentieren. Mit der zeitnahen Einführung eines Bürgerbüros und regelmäßigen Bürgermeistersprechstunden möchte ich ein Zeichen setzen. Die von mir bereits genannten wichtigen Themen werden wir zielgerichtet fortführen sowie neu anpacken.

 

Der Kandidat Matthias Wahlen hat seine Antworten bis zum Redaktionsschluss nicht eingereicht!

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