Markgräfler Bürgerblatt

Interessant und mörderisch – der Hochschwarzwald

Neue Bücher:

Der Frühling, die Zeit um Ostern ist jener Jahresabschnitt, wo alles im Werden ist und man – endlich! – wieder aus den Wohnungen und Häusern ins Freie kann, die ersten Sonnenstrahlen genießend, die erwachende Natur beobachtend. Ob man nun lieber auf Balkon oder Terrasse sitzend ein Buch liest oder in Gottes Natur wandert – für beide Vorhaben haben wir die richtigen Bücher gefunden, die ein wohlmeinender Osterhase ruhig ins Osternest legen sollte.

Das Lesen bildet, ist ein alter Hut. Das Wandern ebenfalls zur Horizonterweiterung beiträgt – und zwar nicht nur im gehtechnischen Sinne – ist da schon eine etwas ungewöhnliche Annahme. Roland Weis, oberster Öffentlichkeitsarbeiter der Badenova, Krimi-Autor und absoluter Schwarzwaldkenner, hat sich dieses Ziel gesetzt. Und erreicht!

In seinem neuen Buch, erschienen beim Freiburger Rombach Verlag, versammelt er zehn Wanderungen durch den Schwarzwald. Bei diesen Wanderrouten im Hochschwarzwald geht es aber nicht nur um landschaftliche Schönheit und gastronomische Ziele, sondern sein Buch ist ein Streifzug durch die Geschichte des Hochschwarzwaldes. Die Spanne reicht dabei von den ältesten Plätzen der Kelten über die Ruinen der Adligen, die Kriege der Fürsten und Könige bis hin zu den Anfängen von Industrie und Fremdenverkehr.

Erzählungen vom Aufstieg und Niedergang der Pulvermühle in Rötenbach, der Uhrenfabrik in Lenzkirch oder der Glasmachersiedlung Äule rufen vergangene Zeiten ins Bild. Vieles hat die Jahre auch überstanden, wie etwa die Umkleidekabinen eines Schwimmbades aus dem Jahre 1934 in Göschweiler, eine Kapelle in Bad Boll, die Teil des einstigen Kurbades aus dem 19. Jahrhundert war, oder das Kloster in St. Märgen.

Roland Weis versteht es, die unterschiedlichen Objekte seiner Wanderung so darzustellen, dass beim Leser der Wunsch geweckt wird, dies alles auch einmal in Realität zu sehen, mithin die gelesenen Stationen zu erwandern. Damit gibt der Autor Wanderfreunden nicht nur neue Wege und Ziele vor, er animiert auch dem Fußgängerischen eher abgeneigte Zeitgenossen, loszumarschieren und zu sehen, was da im Laufe der Jahrhunderte entstanden und vergangen ist.

Ein wahrlich wundervolles Buch, das praktisch jeden zum Wandern durch den schönen Schwarzwald animiert!

An den Titisee führt Roland Weis seine Leser und beschreibt, was man alles auf einem Weg rund um das Eiszeitgewässer entdecken kann. Zwar berichtet er, dass man am Auslauf der Gutach aus dem See 1840 zwei Sarkophage gefunden hat, aber dass in einem Grab schon vor der Bestattung eine Leiche liegt, auf diese Idee ist erst Ute Wehrle gekommen: Oma Rosi, enfant terrible der Familie, ist leider plötzlich verstorben und schafft es, bei ihrer Beerdigung ein letztes Mal aufzufallen – ausgerechnet die ortsbekannte Nervensäge liegt mausetot in Rosis Grab!

Wehrle, Journalistin aus Freiburg und gelernte Touristik-Fachfrau, hat bereits drei erfolgreiche Regionalkrimis geschrieben, in denen sie Spannung mit spöttischem Augenzwinkern verbindet. Diesmal geht es an den Touristen umtobten Titisee und diesmal ist nicht die Starreporterin des Regio Kuriers, Katharina Müller, die Spürnase, sondern ein neues, sympathisches Ermittlerquartett geht an den Start.

Es ist ein gelungener Krimi mit Ausflügen in die Historie der Region entstanden, der auch Dank seines Handlungsortes, dem Urlaubsparadies rund um den Titisee, gewinnt. „Schwarzwald sehen und sterben“ gehört zu jenen Büchern, die man nicht mehr aus der Hand legen will, bis das letzte Rätsel gelöst ist. Und dass auf dem Weg dahin sich manches laute Lachen einstellt, das tut dem Lesespaß keinen Abbruch, im Gegenteil. Und wer jetzt ein wenig der Protagonistin der ersten drei Wehrle-Krimis nachweint: Auch Journalistin Katharina Müller hat einen kleinen Gastauftritt!

Ute Wehrle hat einen rundum gelungenen Krimi geschrieben, in dem sie in idealer Weise Spannung, Humor und Lokalkolorit verbindet. Ein Lesefest!

Roland Weis: Zeitreise zu Fuß durch den Hochschwarzwald; Rombach Verlag, Freiburg 2017, 176 Seiten, ISBN 978-3-7930-5139-8, 14,90 Euro

Ute Wehrle: Schwarzwald sehen und sterben; Emons Verlag, Köln 2017,

240 Seiten, ISBN 978-3-7408-0087-1, 10,90 Euro.

Verlosung: Die Verlage Rombach und Emons und das Markgräfler Bürgerblatt verlosen drei Exemplare von „Zeitreise durch den Hochschwarzwald“ von Roland Weis bzw. fünf Exemplare des Krimis „Schwarzwald sehen und sterben“ von Ute Wehrle.

Bitte angeben, welchen Titel Sie gewinnen wollen!

Einsendeschluss ist Montag, 10. April 2017

Postkarte schreiben – den Einsendeschluss (Poststempel) beachten – und an Müllheimer Verlags GmbH – Markgräfler Bürgerblatt – Am Lindle 4, 79379 Müllheim senden. Auch möglich per Fax 07631 5027 oder E-Mail: stich@markgraefler-buergerblatt.de (bitte mit Angabe der vollständigen Adresse). Teilnahme nur einmal/Person. Die Gewinner werden benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

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