Markgräfler Bürgerblatt

Integration beginnt mit Sprache! Vollständige Kostenübernahme gefordert

Stefanie Heuberger, VHS Markgräflerland Müllheim, Volker Kieber und Barbara Schweer, VHS-Leiterin Südlicher Breisgau Bad Krozingen (re.) fordern stellvertretend für alle Volkshochschulen im Landkreis die Kostenübernahme von Deutschkursen durch Bund und Land. Foto: rs

Bad Krozingen. Die Volkshochschulen (VHS) sind auf Grund des Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) verpflichtet, den im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Asylsuchenden Deutschkurse anzubieten und landestypische gesellschaftliche Werte und Regeln zu vermitteln. Die Finanzierung der zehnwöchigen Sprach-Kurse sollte vollumfänglich durch das zuständige Landratsamt gewährleistet werden, für die Kursteilnehmer sind sie kostenfrei.
Für die FlüAG-Kurse wurde 2014 eine Vergütung in Höhe von 2.500 Euro vereinbart. Seitdem sind die Lehrkräfte-Honorare gestiegenen, ebenso die Anzahl der benötigten und durchgeführten Kurse. Waren es in Bad Krozingen 2014 ein FlüAG-Kurs mit 16 Teilnehmern, sind es bis 30. Juni 2016 bereits zwölf Kurse mit 268 Teilnehmern. Für den damit verbundenen erhöhten Raumbedarf und Verwaltungsaufwand reichen die vereinbarten Vergütungen nicht mehr aus.

 
„Seit 2014 führen die Volkshochschulen im Auftrag des Landratsamtes FlüAG-Kurse durch. Hier lernen Flüchtlinge in 90 Stunden Basiswissen Deutsch“, so Barbara Schweer, VHS-Leiterin Südlicher Breisgau Bad Krozingen. VHS-Vorsitzender Volker Kieber, Bürgermeister der Stadt Bad Krozingen: „Keinesfalls kann es jedoch die Aufgabe der Kommunen sein, diese Kurse (mit) zu finanzieren, was derzeit der Fall ist, da sie als Träger für Defizite ihrer VHS haften. Zur Kostendeckung benötigen die Volkshochschulen einen kalkulierten Kostenersatz von rund 4.700 Euro für Sprachkurse“.

 
In einem gemeinsamen Gespräch der Volkshochschulen mit dem Landkreis wurde am 27. Januar eine Neuregelung vorgeschlagen. Diese orientierte sich an den Kostenerstattungssätzen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie an der Kalkulation für normale VHS-Kurse. Dennoch wurde ein Abschlag vorgesehen: Landesförderung nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes ist aufgrund des Ausschlusses der Doppelförderung nicht möglich; können die Kurse in Räumen des Landkreises durchgeführt werden, sind zur Kostendeckung geringere Kostensätze möglich und eine Erhöhung der maximalen Teilnehmerzahl.

 
Laut Landratsamt werden die Kurse über Pauschalen finanziert, die das Landratsamt für die dem Landkreis zugewiesenen Flüchtlinge erhält. Höhere Kurskosten hätten zur Folge, dass die Anzahl der Sprachkurse gesenkt werden müssen.
Bürgermeister Volker Kieber fordert, dass Stadt- und Landkreise finanziell von Bund und Land so ausgestattet werden, dass die Kosten der Sprachkurse in vollem Umfang finanziert werden können. Da bislang noch keine Einigung erreicht wurde, werden derzeit keine FlüAG-Kurse durchgeführt. (rs.)

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