Markgräfler Bürgerblatt

Immobilienmarkt Markgräflerland – Preise wie in den Metropolen

Es wird gebaut – wie hier in Müllheim – und doch steigen die Preise für Wohnraum kontinuierlich, egal, ob man kaufen oder mieten will. Fotos: paw

„Das größte Ziel eines jeden Deutschen ist sein Eigenheim“, so lautet das Credo von  Bausparkassen- und Bankmitarbeitern. dafür nimmt er fasst jedes Opfer auf sich. Doch bei aller Opferbereitschaft: im Augenblick haben nur wenige Normalbürger den finanziellen Rückhalt, die enormen Preise zu zahlen, die für Immobilien gefordert werden.
Freiburg, Stadt der Dienstleistungen, gehört inzwischen zu den teuersten Städten der Republik. Dabei stöhnen Fachleute wie Thomas Schmidt, Geschäftsführer der Sparkassen Immobiliengesellschaft, darüber, dass sie zu wenig Objekte haben: „Wenn etwas da ist, da rufen meine Leute drei, vier, fünf potentielle Kunden an – dann ist es weg: ich brauch gar nicht mehr zu inserieren!“ Und Andreas Stauß, Geschäftsführer von Stauss & Partner, berichtet, dass Häuser und Wohnungen zurückgehalten werden, selbst wenn sie nicht mehr genutzt würden: „Da man für Geld kaum noch etwas bekommt, ist die Immobilie die bessere Anlage!“
Das wirkt sich aus: von Freiburg bewegt sich die Karawane der Häuslebauer nach Süden, von Lörrach aus die der in Basel gutes Geld Verdienenden nach Norden. Treffpunkt: Müllheim/Neuenburg. Müllheims Rathauschefin Astrid Siemes-Knoblich berichtet, dass allmählich die Quadratmeterpreise in dem hübschen Markgräfler Städtchen die Höhe der Metropole Düsseldorf erreicht hätten. Ein Banker, der nicht genant sein will, spricht von einer um sich greifenden „Hysterie“: „Wir treiben doch die Preise selbst immer mehr in die Höhe, weil wir aus Angst vor einem diffusen Knall bereit sind, fast jede Summe zu bezahlen!“

Titel_2
Ganz so einfach ist es wohl aber nicht: Freiburg wächst durch Zuzug und es setzt ein Verdrängungsmechanismus ein: wer sich die Stadt nicht mehr leisten kann, „wandert aus“ gen Süden. Schallstadts Bürgermeister Jörg Czybulka berichtet von einer steigenden Nachfrage nach Baugrundstücken durch Freiburger Bürger, eine Nachfrage, die das Angebot bei weitem übersteigt und die dazu führt, dass Einheimische an den Rand gedrängt zu werden drohen. Was dem Klima in der Gemeinde nicht gut bekommt. Czybulka spricht da nicht zu Unrecht von einer schwierigen Situation für die Verwaltung, hier ausgleichend tätig zu werden.
Und der Schallstadter Ortschef ist nicht der einzige, dem es so geht. Einige Kilometer weiter südlich singt Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber ein ähnliches Lied: Große Nachfrage von außen, steigende Preise, die Gefahr von innerörtlichen Friktionen.
Dass man der angespannten Immobiliesituation auch Gutes abgewinnen kann, beweist gerade Buggingens Bürgermeister Johannes Ackermann: er und sein Gemeinderat haben das alte Sportplatzgelände zu einem Neubaugebiet umgewidmet, aus dem Verkaufserlös ein neues Sportgelände erstellt und noch einen Sponsor dafür ins Boot holen können. Cleverer kann man es kaum machen!

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …