Markgräfler Bürgerblatt

IHK Südlicher Oberrhein – Konjunkturbericht Herbst: Der Fachkräftemangel ist der größte Risikofaktor

Freiburg. Die IHK Südlicher Oberrhein hat mehr als 1.000 Unternehmen um Auskunft über ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten.
Trotz zahlreicher konjunktureller Störfeuer, von der Türkei bis zum drohenden Brexit: Die Unternehmen am Oberrhein bewerten die Geschäftslage äußerst positiv. Den Grund dafür sieht IHK-Präsident Dr. Steffen Auer in zwei Komponenten: die hohe Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie sowie die zunehmende Binnennachfrage. Auch für die kommenden zwölf Monate rechnen 59 Prozent der Unternehmen mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung.
In der Industrie weist die Hälfte aller Unternehmen eine gute Geschäftslage vor. 38 Prozent der Industrieunternehmen planen höhere Inlandsinvestitionen in den kommenden zwölf Monaten, während nur 14 Prozent diese zurückfahren möchten.. In der Dienstleistungsbranche verfügen 61 Prozent der Betriebe über eine gute Geschäftslage, nur sechs Prozent sind unzufrieden. Im Handel gibt es allerdings zum zweiten Mal in Folge kleinere Dämpfer. Der baugewerbliche Umsatz am südlichen Oberrhein hat sich von 2010 bis 2015 nominell um 37,4 Prozent erhöht. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnet der Gewerbliche Bau mit Plus 55,4 Prozent, gefolgt vom Wohnungsbau mit 42,1 Prozent. Ein gemischtes Bild ergibt sich in Hotellerie und Gastronomie: Zwar ist die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage groß – 60 Prozent bewerten sie als gut. In die Zukunft blicken viele trotzdem mit Sorge: 24 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäfte in naher Zukunft.
Der Fachkräftemangel sticht als Risikofaktor heraus. Kontinuierlich ist der Anteil der Unternehmen, die ihn als Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung wahrnehmen, von 37 Prozent im Herbst 2014 auf jetzt 52 Prozent gestiegen. Der Anteil der Unternehmen aller Branchen, die offene Stellen derzeit nicht besetzen können, ist mit 45 Prozent deutlich höher als im Herbst 2014, als es nur 30 Prozent waren. Am härtesten trifft der Fachkräftemangel das Hotel- und Gastgewerbe. 73 Prozent der Betriebe geben an, keine geeignete Fachkraft finden zu können. Auch in der Bauwirtschaft ist der Anteil mit 65 Prozent sehr hoch.

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