Markgräfler Bürgerblatt

Hotel im Kurpark Bad Krozingen

Bürgerversammlung diskutiert Für und Wider

Bad Krozingen. Die Kur und Bäder GmbH will die Hotelszene in Bad Krozingen um ein 4-Sterne-Kur- und Wellness-Hotel mit 150 Zimmern und Restaurant erweitern. Problematisch ist, dass die benötigten und in der vorläufigen Planung dafür vorgesehenen rund 7.000 m² Fläche hinter dem Kurhaus liegen und davon 3.200 m² durch einen 45 Jahre alten, erneuerungsbedürftigen Minigolfplatz belegt sind.
Seit 1982 besteht für diesen Teil des Kurparks ein rechtsgültiger Bebauungsplan – auch eine Minigolfanlage ist Bebauung. Der als „die schönsten Ecke“ des Kurparks bezeichnete Kinderspielplatz bleibt, vertraglich abgesichert, erhalten. Fakt ist, dass die Stadt in ihrer Angebotspalette ein First-Class Kur-Hotel braucht, um international im Kur- und Thermalbad-Tourismus bestehen zu können. Das schafft nicht nur etwa 100 neue Arbeitsplätze, es bringt auch Geld in die Stadtkasse und steigert die Reputation des Ortes im touristischen Sektor. Ein Investor und Betreiber, der bereits zehn internationale, hochklassige Hotels mit insgesamt 2.600 Betten und einer Auslastung von 85 Prozent unterhält, ist, laut Rolf Rubsamen, gefunden.
Nahezu 600 meist ältere Einwohner der Stadt Bad Krozingen waren jüngst in den großen Saal des Kurhauses gekommen, um mit Bürgermeister Volker Kieber und Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der selbstständigen, von der Stadt unabhängigen Kur und Bäder GmbH, zu diskutieren.
Stadt und Kur und Bäder GmbH wurde vorgeworfen, dass im alten Gemeinderat – Neuwahlen waren im Mai – positiv über das Vorhaben abgestimmt wurde, bevor die Einwohner durch einen Informationsabend unterrichtet wurden. Kieber und Rubsamen sitzen dabei etwas in der Klemme: wären sie erst an die Öffentlichkeit gegangen, bekämen sie umgekehrt sicherlich Vorwürfe aus dem Gemeinderat.
Erstaunlich, dass die Diskussion vehement um den Erhalt des Kinderspielplatzes ging, obgleich dessen Erhalt feststeht. Auch erweckten die Neubaugegner den Eindruck, als stünde der Hotelbau bereits fest, dabei versicherten die Verantwortlichen von Stadt und Bäder GmbH immer wieder, dass die Planung erst angedacht, ein Boden- und Umweltgutachten noch einzuholen und der Bestandsschutz für die zum Teil alten Bäume zu prüfen ist. Zwischenzeitlich hat sich eine „Bürgerinitiative BI“ gegründet, die per Unterschriftensammlung einen Volksentscheid herbeiführen möchte. Irritierend, dass, so Kieber, diese BI auch im nicht zu Bad Krozingen zählenden Umland Unterschriftenlisten auslegen ließ…(rs)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …