Breisach Aktuell

Hochwasserschutz und Ökologie sind die Gewinner

Baustellenbegehung am Krottenbach. Bild: privat

Vogtsburg-Oberrotweil:

Die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Benjamin Bohn und Leander Hohwieler von der Technischen Bauverwaltung, der leitende Ingenieur Bernhard Keller vom Architektenbüro Zink sowie den Diplom Biologe Reinhold Treiber als Ökologischer Baubegleiter hatten zu einem Baustellenspaziergang an den Krottenbach hinter dem Hochwasserschutzbecken Ried eingeladen. Bürgermeister Bohn erklärte, dass diese Baumaßnahme am Krottenbach für den Hochwasserschutz und die Gewässerökologie viele Vorteile bringe.
Bis vor einiger Zeit ist bei Starkregen in diesem Gebiet das Wasser über die Ufer getreten und hatte neben Holz, Geröll die Erde von ganzen Grundstücken ins Regenrückhaltebecken mitgerissen. Ursache war die alte Brücke mit ihrem minimalen Wasserdurchlass, dadurch wurden die Wassermassen vor der alten Brücke aufgestaut und zum überlaufen gebracht. Ein weiterer Nachteil der alten Brücke war, dass keine Kleinlebewesen den Weg in den oberen Wasserlauf fanden.Um in Zukunft das Schutzbecken und der Wasserzulauf des Krottenbach ideal zu bewirtschaften, wurde der Bachzulauf etwas ausgeweitet und gewässerökologisch auf den neuesten Stand gebracht. Dabei wurden Laichplätze für Amphibien und  Kleinstlebewesen geschaffen, dies sei eine Win-Win-Situation, für die unterschiedlichsten Belange. Eingebaut wird in das Flussbett ein Pegelbauwerk, das dazu beiträgt das Rückhaltebecken entsprechend dem Wasserzulauf zu steuern. Durch diese Maßnahme werde die Hochwassersituation für den inneren Kaiserstuhl verbessert, sagte Bohn. Ingenieur Bernhard Keller, verwies auf die schwierigen, sumpfigen Bodenverhältnisse für den neuen Brückenbau, zur Stabilisierung müssen zehn Betonrammpfähle mit einer Länge von zwölf Meter und einem Querschnitt von 30×30 Zentimeter bis 2-2,5 Meter unterhalb der Erdoberfläche  in den Boden eingerammt werden, darauf wird dann die Bodenplatte für das Fundament der Brücke angebracht, erklärte Keller. Die Baukosten für das gesamt Projekt Brücken- Krottenbachausbau liegen bei 470.000 Euro, die mit 260.000 Euro vom Land bezuschusst werden, 210.000 Euro der Kosten übernimmt die Stadt, darin sind auch die Kosten für den ökologischen Ausgleich eingerechnet, teilte der Bürgermeister mit. Diplom Biologe Reinhold Treiber verwies auf die Vorteile für Mensch und Tier in diesem Feuchtgebiet. Wo bisher die eingebautem Beton und hohen Rampen im Wasserlauf das hochwandern von Wassertieren verhinderten, wurde jetzt durch das herausnehmen der Betonwerke auch kleine Nebenrinnen geschaffen die bei Hochwasser überflutet werden, heimische Pflanzen von Grau-Weiden und Schilf wurden eingebaut die Böschungen mit Samen von heimischen Gräser begrünt und damit die Ökologie auf Vordermann gebracht. In kleinen Tümpeln tummelten sich bei der Besichtigung schon kleine Kaulquappen. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde hier die seltene Gebirgsstelze entdeckt, dafür wurden jetzt zusätzliche Brutmöglichkeiten geschaffen. Neben dem Hochwasserschutz der im Vordergrund stand wurde die Ökologie berücksichtigt, was den Menschen und der Natur zugutekommt, erwähnte der Diplom Biologe freudig.

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