Breisach Aktuell

Historischer Münsterberg soll geschützt werden

Der Platz neben dem Blauen Haus wird nach dem letzten Kantor, Prediger und Lehrer der jüdischen Gemeinde in Breisach benannt und „Michael-Eisemann-Platz“ heißen.

Gemeinderatsitzung

Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, dass der Bebauungsplan Münsterberg erneut aufgestellt werden soll unter Berücksichtigung eines veränderten Geltungsbereiches, welcher den Münsterberg und die unmittelbar umgebenden Straßenzüge beinhaltet.

 

Der historische Münsterberg soll mit diesem Bebauungsplan gegen baulichen Wildwuchs geschützt und das historisch begründete städtische Erscheinungsbild gesichert werden. Um Fehlentwicklungen in der Zeit der Planungsphase zu vermeiden wurde außerdem einstimmig der Erlass einer Veränderungssperre beschlossen.

 

Die durch Brandstiftung im Jahr 2012 zerstörten zwei Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei, welche in den vergangenen Jahren als kommunale Lagerstätte genutzt worden war, soll nun durch zwei neue Systemlagerhallen ersetzt werden. Damit die Gebäudeversicherung für den Brandschaden aufkommt, müssen die Gebäude an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden. Geplant sind die Gebäude als reine Lagergebäude ohne jegliche Art von Aufenthaltsräumen. Der Bebauungsplan wurde mehrheitlich im Gemeinderat beschlossen.

Die Bauvoranfrage für eine Spielothek auf einem Grundstück im Gewerbegebiet Gelbstein wurde vom Landratsamt abgelehnt und hatte den Gemeinderat Breisach bereits 2012 zu einer Änderung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet veranlasst. Gleichzeitig wurde auf zwei Jahre eine Veränderungssperre erlassen, welche im Juni 2014 nochmals um ein Jahr verlängert wurde. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass im gesamten Gewerbegebiet Vergnügungsstätten nicht zulässig sein sollen. Dies wurde nun in Textform in die Bebauungsvorschriften ergänzt. Diese Änderung geht nun in die Offenlage. Einen einstimmigen Beschluss gab es im Gemeinderat außerdem für die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes zu Schaffung eines Sondergebietes „Weinbau“ im Gewann Speckacker in Wasenweiler. Mit einer Gesamtfläche von rund 1,4 Hektar soll der Flächennutzungsplan der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Breisach-Ihringen-Merdingen so geändert werden, dass ein Sondergebiet „Weinbau“ ausgewiesen wird.

Zusage erteilte der Gemeinderat außerdem an die Firma Reddig aus Breisach, die bei der Gemeinde angefragt hatte, die überschüssige Energie aus der Faulgasnutzung der Kläranlage zur Trocknung von Restholz nutzen zu dürfen. Vereinbart wurde eine erste Erprobungsphase die auf ein Jahr beschränkt ist. Eine entsprechende Nutzungsvereinbarung wird zwischen Gemeinde Breisach und Firma Reddig abgeschlossen.

 

Der bisher unbenannte Platz beim Blauen Haus an der Ecke Rheintor-/Muggensturmstrasse, direkt westlich an das ehemalige jüdische Gemeindehaus angrenzend, soll nach dem letzten Kantor der Breisacher Jüdischen Gemeinde, Michael Eisemann benannt werden und wir daher künftig „Michael-Eisemann-Platz“ heißen. Auch in diesem Punkt fand der Gemeinderat Einigkeit. Mit der Benennung des Platzes nach dem letzten Kantor, Prediger und Lehrer der jüdischen Gemeinde, soll an einen engagierten und von seinen Mitbürgern konfessionsübergreifend geschätzten und verdienten ehemaligen Bürger der Stadt Breisach und zugleich an eines der ersten Breisacher Opfer der NS-Rassenverfolgung erinnert werden.

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