Breisach Aktuell

Historische Trachten auf Wanderschaft

Trotz der hohen Temparaturen - ein schöner Umzug durch Breisach . Bild: BA

Kreistrachtenfest in Breisach

Im wahrsten Sinne des Wortes hatten die vielen Trachtenträger einen Fußgänger Marathon durch Breisach zu absolvieren.
Das 30. Kreistrachtenfest des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald wälzte sich farbenprächtig inszeniert durch die Breisacher Innenstadt. Marscherleichterung war hitzebedingt erlaubt, aber echte Trachtenträger trotzten diesen Verlockungen dennoch frohgelaunt. Während die vielen Zuschauer unter den begehrten Schattenspendern standen, schwitzten sich Ross und Reiter, Trachtenträger und Musikanten durch die Straßen der historischen Münsterstadt, welche am selben Wochenende auch das 60. Bereichsweinfest der Bereiche Tuniberg und Kaiserstuhl feierte. Viel Prominenz war an zentralen Ehrentribühnen versammelt, Landrätin Dorothea Störr-Ritter hatte die Schirmherrschaft über dieses Kreistrachtenfest übernommen. Bürgermeister Oliver Rein und Alfred Vonarb, Präsdident des Bundes „Heimat und Volksleben“ hatten zunächst die Abordnungen der Teilnehmer zum Empfang im Feuerwehrgerätehaus geladen. Bereits zum dritten Mal nach den Jahren 1996 und 2006 wurde das Kreistrachtenfest in Breisach gefeiert. Das Fest wurde im Jahr 1975 auf die Beine gestellt. Damit soll das heimatliche Brauchtum gefördert werden, das in engem Zusammenhang mit Wein und Landwirtschaft zu sehen ist. Für Schirmherrin Störr-Ritter muss Heimat immer wieder erarbeitet werden, wobei Trachten ihren Beitrag dazu leisten. Begeisterung für die Zukunft ergebe das und Mut und Kraft dazu, sagte die Landrätin. Oliver Rein, der Breisacher Bürgermeister, sprach von Verwurzelung und Regionalität. Das 30. Kreistrachtenfest stehe dabei für Heimatverbundenheit und das 60. Bereichsweinfest für Lebensfreude. Das Museum für Stadtgeschichte nahm das Ereignis zum Anlass eine Sonderausstellung unter dem Titel „Immer gut gekleidet…zur Geschichte der Tracht im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.“ Stadtarchivar Uwe Fahrer widmet den besonderen Stadtereignissen immer viel Aufmerksamkeit. Ein eigentliche Kreistrachtenfest spielt sich jedoch auf der Straße ab, beim Kontakt jedes einzelnen Trachtenträgers mit dem vielfältigen Publikum. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald erstreckt sich über eine gewaltige Fläche mit vielen verschiedenen Lebensverhältnissen und Gegebenheiten; entsprechend die Vielfalt der Trachten. Für die einen ein staunendes Ereignis, für die anderen alltägliches oder festliches Kulturgut. Eines verband jedoch alle: Begeisterung unter den Zuschauern und bei den begeisterten Mitläufern der einzelnen Trachtengruppen und Verbände. 65 Gruppen waren gemeldet und beim Zug stets fein gegliedert mit musikalischer Umrahmung. Die Volkstracht verliert zwar immer mehr an Bedeutung und wird nur noch zu besonderen Anlässen getragen. Den Unterschied öffentlich darzustellen, ob die Trägerin verheiratet oder unverheiratet ist, wird spätestens dadurch zum historischen Relikt. Der Bollenhut hat Geschichte geschrieben und repräsentiert diese Tracht weltweit auf eindrucksvolle Art und Weise. Genauso wie die vielen anderen Feinheiten rund um die Vielfalt der regionalen Trachten. Zwischenzeitlich erreicht die Tracht auch außerhalb ihres historischen Sinnbilds Aufmerksamkeit. „Immer gut gekleidet….“ und im Fundus der Modewelt anzutreffen.

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