Breisach Aktuell

Helmut Lutz – ein Breisacher

Die Radbühne schlägt eine Brücke zur Kultur durch Form und Bewegung

Kunst muss nicht, Kunst darf, sie findet auf keinen Fall einheitliche Betrachtung.

Was ist Kunst, was ist ein Künstler? Kunst ist Aura des Einmaligen, des Besonderen, der Unendlichkeit. Kunst entzündet. Der Künstler gibt in seiner expressiven, schöpferisch ästhetischen und in seiner dargestellten Schaffenskunst durch übersinnliche Symbole ein Stück von sich selbst preis. Künstler haben den Wunsch, sich dahingehend mitzuteilen. Dabei ist er in Sachen Kreativität großer Bruder des Gauklers. Nietzsche beantwortete die Frage : „Was ist der Künstler? mit seiner Antwort: Ein Hanswurst“. Helmut Lutz am Abend über sich selbst als Schöpfer seiner Radbrunnenbühne und das folgende „Theaterspiel“: „Hier steht dieser Kerl, der jetzt Breisacher ist“. Ein Genius sicherlich, dessen handwerkliche Meisterschaft und individuelle sowie höchstpersönliche Art mit viel Wagemut und Kreativität ausgestattet ist. Die Vergangenheit der griechischen Mythologie bewegte ihn letztendlich mit dem Bau der Radbühne dazu, ein Stück Gegenwart in die Zukunft zu tragen und dort zu manifestieren. Kunst gibt dem Betrachter nicht das Sichtbare wieder, nein ganz im Gegenteil. Kunst macht sichtbar durch persönliche Sinnesempfindungen. Einzig Konstante ist und bleibt dabei die innovative Note, die das Kunstwerk in sich ständig verändern lässt.

Persönliche Sinnesempfindungen gab es sicherlich viele an diesem Abend. Das Kunstspektakel rund um die mechanisch bewegte und tönende Radbühne war ausverkauft und verursachte schlichtweg Gänsehautfeeling. Ein sehenwertes Vorprogramm führte sanft auf das Wollen, Hoffen und Fürchten der göttlichen griechischen Feuereiferer über, die über Adam im Erdenrad das Pendel des Erdenballs öffneten. Prometheus hatte danach die göttliche Gabe Feuer auf die Erde gebracht. Über Pandora, die auf einer Wolke zur Rache von Zeus geschickt worden war, wurden unheilvolle Gaben überbracht und jede Hoffnung unterbunden. Ganz eindrucksvoll die Künstler des beweglichen Ablaufs am Abend: Sängerin Franziska Panizzi und die Artisten und Figuren von Alpcologne. Das Ereignis wurde im Beisein des Künstlers vom Kunstkreis Radbrunnen und der Stadt Breisach veranstaltet. Emil Göggel vom Kunstkreis eröffnete das „besondere Erlebnis“ für die Gäste, Schirmherr Bürgermeister Oliver Rein war der Initiator, damit die Radbrunnenbühne vor zwei Jahren seinen endgültigen Standort in Breisach fand. Das Vorprogramm gestalteten Kinder der Rhönradgruppe des Turnvereins Wyhl und der Förderriege der Mädchen vom Turnverein Breisach. Helmut Lutz erklärte dafür das Radbrunnenspiel kindgerecht für die vielen anwesenden Kinder. „Kinder haben nicht soviel Angst vor Kultur, die Kinder machen mir Hoffnung“ sagte Lutz. Auch der Veranstalter zeigte kulturelle Eleganz. Damit wurden viele der eingeladenen Flüchtlinge zu Ehrengästen. Flüchtlinge, die in der Stadt untergebracht sind und vom Runden Tisch für Mitmenschlichkeit betreut werden. Die Flüchtlinge bedankten sich auf ihre Art: Mit einem großen Blech voll Fettgebackenem, das am Ende allen Aktiven zugute kam. Die Bewirtung des Abends hatten die Bajakl Schnäpfe zu Melodien des Stadtmusikvereins Breisach übernommen.

 

 

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