Markgräfler Bürgerblatt

HAG-Seismograph: Ecuador-Beben in Staufen registriert

HAG-Leiter Sturm mit Seismogramm des Ecuador-Bebens. Foto: HAG

Staufen: Einmalig für Schulen dürfte die von der Staufener Schüler-High-Tech-Tüftlerschmiede konzipierte HAG-Erdbeben-Messstation schon sein, die seit 17 Jahren mit ihrem sensiblen Seismographen im Keller des Faust-Gymnasiums rund um die Uhr in die Tiefen der Erdkruste „lauscht“.
Dabei bleibt dem voll automatisierten Seismik-System weltweit kein größeres Beben verborgen, so auch nicht das Ecuador-Beben der Stärke 7,8 aus der seismisch aktiven Region am Äquator. Grund dafür ist die gegenseitige Bewegung der Nazca- und südamerikanischen Platte, wobei sich erstere mit ca. 70 mm pro Jahr unter die andere schiebt und damit die Anden in die Höhe wachsen lässt.
Mit kaum vorstellbarer Geschwindigkeit von ca. 8 km in der Sekunde (~ 29.000 km/h) erreichte das Ecuador-Beben am 17. April die HAG-Seismik-Station. Um 02:10 Uhr Ortszeit erschütterte die Primärwelle nach ungefähr 13 Minuten Laufzeit den hoch empfindlichen Seismographen, der die im fast 9000 km entfernten Staufen ausgelösten minimalen Bodenbewegungen von ca. 0.01 mm registrierte.
Gefolgt von immer größeren Ausschlägen der langsameren Sekundärwellen und den sich anschließenden Oberflächenwellen, bebte die Erde in Staufen fast vier Stunden, während die gewaltigen seismischen Erschütterungen im küstennahen Epizentrum am Äquator in einer Tiefe von 20 km nur knapp vier Minuten andauerten. Dabei starben bisher weit über 200 Menschen, mehr als 600 wurden schwer verletzt und noch viele Menschen werden in den eingestürzten Gebäuden vermisst.

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