Breisach Aktuell

Großartige Leistung – professionelles Können

Mirco Lambracht brilliert als unglücklicher Herzog Orsino. Foto: Salzer-Deckert

Festspiele Breisach:

Nun sind sie also eröffnet, die Breisacher Festspiele 2017: Bis in den September hinein gibt es Shakespeares Verwechslungskomödie „Was ihr wollt“ in einer Neuübersetzung von Regisseur Armin Kuner und für Kinder eine Bühnenadaption des Grimm-Märchens Rumpelstilzchen zu erleben. Bei der ausverkauften Premiere von „Was ihr wollt“ am vergangenen Samstag gab es vom Fleck weg verdienten Bühnenapplaus für das bis in die Nebenrollen hervorragend agierende Ensemble.
Kuners Neuübersetzung des über 400 Jahre alten Stoffs um Geschlechterverwechslung, erfüllte und unerfüllte Liebe und verloren geglaubte liebe Menschen, die sich wiederfinden, versetzt den Zuschauer in eine knallbunt gezeichnete Welt des imaginären Herzogtums Illyrien: Das Bühnenbild von Stephanie Breidenstein, die Masken von Brigitte Paulsen-Uhl und die Kostüme von Bärbel Albiker lassen eine Welt wie in einem etwas in die Jahre gekommenen, aber dennoch charmanten Märchenpark ertstehen, in der Regisseur Armin Kuner zur vom Band eingespielten Musik von Coco Lorenz („The Brothers“) vor allem dem erzählerischen Element dieser verworrenen Leidens- und Liebesgeschichte freien Lauf lässt.
Dass Kuner bei seinem Umgang mit Shakespeares Versen ab und an durchaus zotig wird, mag nicht jedermanns Geschmack treffen, mindert aber nicht die große Leistung des Ensembles, das vom derben Charakter eines Bauerntheaters bis hin zur emotionalen Tiefe eines intimen Kammerspiels eine große Klaviatur der Ausdrucksformen hervorragend meistert. Fast verbietet es sich, einzelne Darsteller der starken Breisacher Truppe namentlich hervorzuheben, doch sind der liebestoll verblendete Haushofmeister Malvolio in der Interpretation von Frank Ganz, die beiden versoffenen Nichtsnutze Junker Andreas von Bleichenwang (Harald Bürgin) und Junker Tobias von Rülps (Ben Lamprecht), das humorig listenreiche Kammermädchen Maria (Johanna Herdermerten), der schwer verliebte Herzog Orsino (Mirco Lambracht), die Vizevorsitzende der Festspiele Elke Bürgin als Narr, die emotional nicht lang unterkühlt bleibende Gräfin Olivia (Eva Heitzmann) und die gerettete Schiffbrüchige Viola (Eva Hildebrand) allesamt stellvertretend für das Können aller beteiligten Laiendarsteller der Breisacher Festspiele 2017 als Garanten für einen unterhaltsamen und amüsanten Theaterabend auf dem Münsterberg zu nennen.
Dass die Vorbereitung der Inszenierung aufgrund zahlreicher personeller Ausfälle und Umbesetzungen im Ensemble nicht ohne Hürden ablief, wie der Festspielvorsitzende Mirco Lambracht zu Beginn des Abends erläuterte, machte die gezeigte hochprofessionelle Leistung am Premierensamstag nur umso bemerkenswerter. (BA)

 

Das Rumpelstilzchen – Stroh zu Gold

Amm 18. Juni um 15 Uhr laden die Festspiele zur Premiere  des Kinderstücks „Das Rumpelstilzchen“ ein.

Schon seit vielen Monaten wird auf der Freilichtbühne von Breisach fleißig gearbeitet. Zu jeder neuen Theater-Saison werden die Kulissen neu gestaltet, die Kostüme  genäht und viel geprobt für das neue Kindertheaterstück. Die jungen Theaterakteure schaffen es in diesem Jahr sogar, Stroh zu Gold zu spinnen.
Über 50 Akteure aller Altersstufen werden mit viel Begeisterung unter der Regie von Peter W. Herrmann das Märchen der Gebrüder Grimm auf die Festspielbühne zaubern. Sascha Bendiks sorgt für die musikalische Untermalung. Eine wertvolle Bereicherung, eine rundum gelungene Vorstellung.
Und wie die Geschichte geht, das weiß (fast) jeder. Und wer nicht? Selber schuld: Ach wie gut, dass niemand weiß… Aus dieser unglaublichen Geschichte, die vor langer Zeit auf jeden Fall wahrscheinlich vielleicht wirklich passiert ist, wird das Junge Theater der Breisacher Festspiele ein ebenso zauberhaftes wie spannendes Theaterspektakel spinnen, auf das sich Groß und Klein freuen können. Ein zauberhaftes Theaterspektakel, das niemand verpassen sollte – nicht die Erwachsenen und keinesfalls die Kinder.(hl)
Info: http://www.fest-spiele-beisach.de

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