Breisach Aktuell

Grauburgunderpreis 2018

Breisach, 20.06.2018 Nicht nur fürs Fotoshooting zur Pressekonferenz beim Badischen Weinbauverband erhob man die Gläser, nein es wurde auch auf den bevorstehenden Grauburgunderpreis angestoßen. Martin Bercher spendierte einen guten Tropfen.

Grauburgunderpreis 2018

von li. Henning Johanßen, Michael Meier und Sina Schumacher, Naturgarten Kaiserstuhl GmbH, Martin Bercher, Weingut Bercher, Denis Kirstein, WG Achkarren, Hilmar Czwartek, Fachlicher Betreuer des Grauburgunderpreises

Die letzte Verkostung

Es geht auf die letzte Verkostung zu, die am Mittwoch, den 27. Juni stattfinden wird. Bisher trafen Sommeliers, Kellermeister, Sachverständige, Connaisseurs und Önologen aus der Ortenau, vom Bodensee oder aus dem Elsass ihre Vorentscheidungen. Sie waren in mehrere Kommissionen mit 38 Prüfern eingeteilt. Aus jeder Kategorie wurden in dieser Qualifizierungsprobe die Weine für die Finalprobe ausgelobt. Nun sind 30 % der Punktbesten ins Finale gekommen, es sind immerhin noch 163 von anfänglich 468 eingereichten Weinen. Die Jury für die Endausscheidung ist in vier Gruppen à sechs Personen eingeteilt, damit jeder Prüfer nicht mehr als 60 Weine innerhalb der drei- bis vierstündigen sensorischen Prüfung probieren soll. Die Weine werden verdeckt serviert. Unter den Prüfern finden sich illustre Namen wie Peter Pitsch, Önologe am südfranzösischen Weingut Châteaux de Villeroy und gebürtiger Moselaner, oder Markus Löffler, Kellermeister des Weinguts Manincor, der ursprünglich aus Schelingen stammt. Eingereicht wurden Weine aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Von den deutschen Weinen stammen 278 aus Baden, davon 112 vom Kaiserstuhl. Ferner sind 68 aus der Pfalz, 47 aus Rheinhessen und 7 aus Franken dabei.

Leichte Weine gut vertreten

Jeweils drei Sieger soll es in 4 Kategorien geben. Die Kategorie 1 der trocken ausgebauten, fruchtigen Weintypen ohne Ausbau und Lagerung im Holzfass/Barrique mit maximal 13,0 Prozent Alkohol erhielt 190 Einreichungen. Weine aus dieser Kategorie müssen also dieses Jahr einen härteren Wettbewerb bestehen als dies beispielsweise im Vorjahr der Fall war. 2017 waren in dieser Kategorie 154 Weine eingereicht worden.

In der Kategorie 2 der eher fülligeren Typen wurden 155 Weine gegenüber 177 im Vorjahr angesetzt. Hier handelt es sich um trockene, fruchtige Grauburgunder mit einem Alkoholgehalt über 13 Prozent, ebenfalls ohne Reifung oder Lagerung im Holzfass oder Barrique. Relativ konstant mit 107 Weinen wird um Preise der Kategorie 3 gerungen. Es ist die Premiumklasse mit den trockenen Grauburgundern, die auch im Fass oder Barrique ausgebaut oder gelagert sein dürfen und unter 4 Gramm Restzucker pro Liter haben. Edelsüße wurden dieses Mal nur 16 eingereicht, im vergangenen Jahr waren es noch 31. Martin Bercher vom Weingut Bercher führt dies darauf zurück, dass 2016 ein Top-Jahr für Edelsüße war und damals entsprechend mehr Weine eingereicht worden seien. Der Absatz sei in dieser Kategorie aber stabil.

Grauburgunderpreis 2018

Der Grauburgunderpreis soll swingen

Mit einem neuen Marketingkonzept der Stuttgarter Agentur ADDA will man den Grauburgunderpreis der Öffentlichkeit besser zugänglich machen. Die PR-Agentur erarbeitete ein Design für eine frische und zeitlose Ausstrahlungskraft des Grauburgunderpreises. Mit solchen Maßnahmen wollen die Ausrichter den Grauburgunder als Synonym für den Kaiserstuhl weiter etablieren und den Kaiserstuhl als Wiege des Grauburgunders ins öffentliche Bewusstsein bringen.

Der Grauburgunder ist ein Kaiserstühler Aushängeschild und die am stärksten ausgebaute Sorte, so Hilmar Czwartek, der fachliche Betreuer des Grauburgunderpreises. In den 80er Jahren war der Kaiserstuhl eines der ersten Weinbaugebiete, wenn nicht das erste, wo der Grauburgunder ausgebaut wurde. Insofern wäre es möglich, dass der Ursprung des Grauburgunders, als trockener Grauburgunder wohlgemerkt, nicht als Ruländer, im Kaiserstuhl liegt, zumindest was Deutschland angeht. Die Sorte wurde vermutlich im 14. Jahrhundert aus dem Burgund oder aus der Champagne über Ungarn nach Deutschland gebracht und kam hier ins Elsass und zum Kaiserstuhl.

 

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