Markgräfler Bürgerblatt

Gewerbeverband Bad Krozingen – Mitglieder engagieren sich für Flüchtlinge

(v.l.): Reiner Federer, Mustapha Janneh, Peter Lob, Stefan Lütten. Foto: Markus Petersen

Bad Krozingen. Seit August ist Mustapha Janneh, Asylbewerber aus Serekunda/Gambia, im Bad Krozinger „Würfel“ am Stadtrand des Kernortes zuhause. Mit Unterstützung des Helferkreis hat Janneh einen Praktikumsplatz in der Schreinerei Federer erhalten. Dort ist er mit Handarbeitsproben und kleinen Hilfsarbeiten beschäftigt.
Da er gut Fußball spielt, ist er am Wochenende für den FC Bad Krozingen im Einsatz. Seine Heimat und seine Familie sind rund 4.400 km entfernt. Deshalb freut er sich über die freundliche Betreuung in Bad Krozingen, den guten Kontakt zu seinen Sport- und Arbeitskollegen. „Arbeit macht Spaß. Ich arbeite gerne“, betont er. Er möchte möglichst schnell einen guten Job haben, damit er eigenhändig für sich sorgen kann. Auch eine Lehre als Schreiner käme in Betracht, wenn er dann auch ein Auskommen mit seinem Einkommen hat. Allerdings ist noch nicht klar, ob seine schulische Vorbildung in Gambia als Zulassungsvoraussetzung für eine Lehre in Deutschland ausreicht.
Schreinermeister Federer und seine Mitarbeiter betonen, dass Mustapha ein guter Teamplayer ist und sich sehr bemüht, die deutschen Fachbegriffe zu lernen und handwerkliche Grundfertigkeiten durch learning by doing zu erwerben. „Derzeit ermöglicht mir die Auftragslage, Mustapha ein Praktikum anzubieten. Wie es danach sinnvoll weitergehen kann, ist noch zu klären,“ so Federer.
Auch den Gewerbeverband beschäftigt die Integrationsfrage. „Man muss nicht nur über das Wollen reden, sondern auch pragmatisch umsetzen,“ heißt das Motto. „Einige Betriebe haben uns bestätigt, dass sie unseren „Neubürgern“ Arbeit anbieten: Hoteliers, Gastronomen und andere Betriebe“, betont Gewerbeverbandschef Peter Lob. Häufig fehlen jedoch entscheidende Voraussetzungen: Ausbildungsniveau fachliche und sprachliche Fertigkeiten, bei den Betrieben freie Plätze, Geschäftsvolumen, Firmengröße oder die Strukturen für einen langfristigen Arbeitsplatz auf deutschem Lohnniveau. Mindestlohn und administrative Auflagen auf Behörden- oder Verordnungsseite schränken die Beschäftigungsmöglichkeiten zusätzlich ein. „Wir sehen aber, dass Bewegung in die Abläufe und Verfahren kommt, damit wir die Integration qualitativ und quantitativ schaffen.“

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …