Markgräfler Bürgerblatt

Gewerbepark Breisgau: Turbulenzen um die Wahl Schusters

Kathrin Schönberger, Hartheim; Harald Kraus, Verbandsvorsitzender, Eschbach; Joachim Schuster, Neuenburg, neuer Verbandsvorsitzender. Fotos: privat

Eschbach. Die Vertreter der zwölf Mitgliedsgemeinden hatten sich dieser Tage im Gewerbepark Breisgau eingefunden, um den Nachfolger des ausscheidenden Verbandsvorsitzenden zu wählen. Dieses Amt hatte bisher Eschbach Bürgermeister Harald Kraus innegehabt, der aber in seinem Ort nicht mehr zur Wiederwahl angetreten war und deshalb Ende Juli aus dem aktiven Dienst ausschied.
Kraus war eine gewisse Wehmut anzumerken, als er die Sitzung eröffnete. An sich war man sich unter den Bürgermeistern und mit Landrätin Dorothea Störr-Ritter im Vorfeld einig gewesen, dass Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster den Verbandsvorsitz übernehmen solle. Doch gleich zu Versammlungsbeginn stellte Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger den Antrag, die Wahl zu verschieben. Als Argument brachte sie vor, dass man dadurch Kraus’ Nachfolger Mario Schlafke die Möglichkeit geben könne, an der Wahl mitzuwirken. Dieser hatte das im Vorfeld gefordert. Kraus hatte ihm mitgeteilt, dass die Einladung zur Wahl fristgerecht erfolgt sei und eine verantwortungsvolle Ausübung des Wahlrechtes einige „fachliche Qualifikation“ erfordere, die Schlafke in der kurzen Zeit nach Amtseinführung nicht erwerben könne. Kraus bedauerte, dass Schlafke das Angebot eines Vorabgesprächs zur Vorbereitung der Amtsübergabe abgelehnt habe.
Kathrin Schönberger forderte eine „sachlich motivierte Entscheidung“ über den Vorsitz, da es sich um „kein politisches Amt“ handle. Sie wies auf die Absprache unter den CDU-Bürgermeistern und der CDU-Landrätin im Vorfeld hin, die „parteipolitisch“ motiviert sei. Die Gemeinde Hartheim brächte die zweitgrößte Gemarkungsfläche in den Gewerbepark ein, sie sei eine erfahrene Bürgermeisterin, so sei sie die reguläre Nachfolgerin des scheidenden Kraus.
Volker Kieber, Bad Krozingen – parteilos, Martin Löffler, Heitersheim – SPD, und Dr. Dieter Salomon, Freiburg – Die Grünen, verwahrten sich gegen die angebliche „parteipolitische Motivation“ der Kandidatur Schusters und sprachen sich einmütig für Neuenburgs Bürgermeister aus. So erhielt der im anschließenden Wahlgang zwölf Stimmen – Freiburg verfügt über zwei Stimmen – und Schönberger nur eine.

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