Markgräfler Bürgerblatt

Gemeinschaftsschule Ehrenkirchen/Schallstadt

Geballte kommunale Kompetenz bei der Gemeinschaftsschule: die Bürgermeister (v. l.) Schweizer, Czybulka, Breig und Mosbach. Foto: paw

„Bildung muss uns etwas wert sein!“

Ehrenkirchen. Jetzt ist es amtlich: Mit ihrer Unterschrift unter die Vereinbarung zur gemeinsamen interkommunalen Gemeinschaftsschule starteten die vier Bürgermeister aus Schallstadt, Bollschweil, Ehrenkirchen und Ebringen das neue Angebot Gemeinschaftsschule für die vier Gemeinden. Die Ortsoberen Thomas Breig, Ehrenkirchen, Jörg Czybulka, Schallstadt, Josef Schweizer, Bollschweil, und Rainer Mosbach, Ebringen waren sich einig, dass damit das Bildungsangebot in den Partnergemeinden deutlich verbessert werde.
Ab September 2014 startet die Gemeinschaftsschule mit Klasse 5 in Ehrenkirchen; hier werden die Schüler bis zur 8. Klasse einschließlich unterrichtet und dann nach Schallstadt wechseln. Parallel wird die Werkrealschule „abgewickelt“, sprich die  Schüler bis zum regulären Schulabschluss begleitet. Wie immer ist die Finanzierung wichtigster Baustein: Ehrenkirchen als Schulträger erhält pro Schüler und Jahr gut 1.000 Euro Landeszuschuss – was, so Thomas Breig, aber nicht ausreiche, die selbstgestellten Ansprüche an Lehrer, Lehrmaterial und schulischen Einrichtungen zu bezahlen. Mensa, Küche, Nachmittagsangebote, Schulveranstaltungen, notwendige Um- und Ausbauten – alles, was eine Schule und ihr Lehrangebot attraktiv macht, muss mit Gemeindezuschüssen mitfinanziert werden. Geplant ist, dass sich bei größeren Investitionen – zum Beispiel dem Bau einer neuen Mensa in Ehrenkirchen anstelle der Übergangslösung im Foyer der Kirchberghalle – die Partnergemeinden wegen der Finanzierung zusammensetzen. Die Kosten für die provisorische Mensa von rund 70.000 Euro trägt Ehrenkirchen alleine.
Auch wenn die beteiligten Schulen in Ehrenkirchen und Schallstadt „top ausgestattet“ sind, werden auch hier früher oder später weitere Investitionen nötig werden, um das Konzept der Gemeinschaftsschule auf den gewünschten hohen Niveau zu realisieren. Hier, so Jörg Czybulka, dürfe man nicht sparen, denn: „Schule und Bildung müssen uns etwas wert sein.“ Dass dies nicht der Fall ist, beweist die Tatsache, dass die Schule Deputate für Realschul- und Gymnasiallehrer zugeteilt bekommen habe, da die angestrebte Unterrichtsform oft nur durch den Einsatz zweier Lehrer gleichzeitig erreicht werden kann. Erfreulich: Ab dem Schuljahr 2014/15 fahren Schulbusse so, dass Schüler und Schülerinnen problemlos aus allen Orten der Vereinbarung Ehrenkirchen und Schallstadt erreichen können .
Die Bürgermeister konnten sich jedoch eine Bemerkung in Richtung Pfaffenweiler nicht sparen: Der Ort konnte sich bisher nicht entscheiden, ob er der Schulvereinbarung beitreten wolle. „Ein paar Trittbrettfahrer sind auch dabei,“ hieß es in Anspielung auf die Tatsache, dass Kinder aus Pfaffenweiler um Aufnahme in die Gemeinschaftsschule nachgesucht hatten. Da wolle man ganz pragmatisch vorgehen, meint Thomas Breig: „deren Schüler können kommen, solange Platz ist. Aber sie sind dann die ersten, die eine Absage bekommen, wenn kein Platz mehr ist.“ Und Gemeinden wie Pfaffenweiler seien dann auch nicht einbezogen, wenn es an die weitere Planung der Schule gehe.
Über 60 Kinder meldeten sich für das neue Schuljahr, 56 wurden angenommen, verteilt auf zwei Klassen, denn – so Thomas Breig – man wollte die Gemeinschaftsschule nicht mit drei 5.Klassen beginnen. Deutlich ist: Gemeinschaftsschule ist gefragt – ähnliche Angebote gibt es derzeit nur in Ihringen und Freiburg-Haslach.

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