Markgräfler Bürgerblatt

Gefahr einer Überhitzung

Karl von Rohr, Foto: Deutsche Bank

Neujahrsempfang Deutsche Bank:

Freiburg. Die Weltwirtschaft befindet sich in guter Verfassung, die Prognosen sind positiv: um 3,7 Prozent soll im laufenden Jahr das Welt-Bruttoinlandsprodukt zunehmen, mein der der Internationale Währungsfonds. Ein stetiger Aufwärtskurs, nach 2016 plus 3,2 und 2017 plus 3,6 Prozent. Auch in Deutschland geht es munter aufwärts. Nach einem BIP-Plus von 2,2 Prozent in 2017 prognostiziert das Ifo-Institut für 2018 ein Mehr von 2,6 Prozent.

Alles in Butter also? Mitnichten, sagt Karl von Rohr, Vorstand der Deutschen Bank, beim Neujahrsempfang des Finanzinstitutes vor gut 300 geladenen Gästen, darunter viele Firmenchefs aus Südbaden. Er sieht die hemmungslose Ausgabe von Geld, die Niedrigzinspolitik der Notenbanken, als Damoklesschwert. Damit habe man nach der Finanzkrise die Konjunktur stützen und ankurbeln wollen – diese Phase sei aber nun vorüber. Indiz: Die Fed der USA hat bereits mehrfach den Leitzins angehoben, die EZB drosselt den Ankauf von Anleihen.

Von Rohr hält dies für richtig, sagt aber voraus, dass es für alle Beteiligten schmerzhaft werden würde, einen Weg aus der Nullzinsphase zu finden. Es gebe Anzeichen von Überhitzung – ein allen geläufiges Beispiel sei der Immobilienmarkt oder der gar der Kunsthandel. Auch die Inflation nehme zu, was eine Reaktion der Notenbanken notwendig mache. Stiegen nun die Zinsen, so von Rohrs düstere Prophezeiung, so würden viele, die nun auf Pump gekauft hätten, in Probleme geraten.

In solch einer schwierigen Phase sei eine handlungsfähige, entschlossene und kompetente Regierung notwendig. Ohne Einigung in Berlin sei nicht nur die Stabilität der Bundesrepublik, sondern auch die weitere Entwicklung der EU gefährdet. (MBB)

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