Markgräfler Bürgerblatt

Freie Waldorfschule: Viel Theater um „König Ubu“

Surrealismus, Dadaismus, wenig Realismus – die 12. Klasse der Waldorfschule versuchte sich an „König Ubu“. Foto: privat

Surrealismus, Dadaismus, wenig Realismus – die 12. Klasse der Waldorfschule versuchte sich an „König Ubu“. Foto: privat

Müllheim. Vorhang auf für die 12. Klasse der Waldorfschule in Müllheim – „König Ubu“. Mutter und Vater Ubu liefern sich auf der Bühne Textduelle und legen so den Grundstein für Alfred Jarrys Lebenswerk „König Ubu“. Vater Ubu ist ein verfressener, fauler Kerl, der seine hässliche und intrigante Frau nicht wirklich ausstehen kann. Er lässt sich von seiner Frau einreden, er müsse König Wentzel von Polen stürzen, Hauptmann Bordure, Erzfeind König Wentzels, beteiligt sich sofort an der Verschwörung…
Absurde Darstellung und surreale Situationen brachten das Publikum zum Lachen, selbst die Darsteller konnten sich vor lauter überzogener Witze kaum mehr ein Lachen verkneifen. Das Theaterstück der 12. Klasse stellt einen wichtigen Punkt in der Waldorfbiografie dar. Vier Wochen intensiver Proben steckten in dem dadaistischen Stück, das 1896 uraufgeführt und sofort von der Kritik vernichtet wurde. Erst später wurde das Meisterwerk von Surrealisten und Dadaisten gefeiert.
Die 12. Klasse ging mit Witz und Authentizität an ihr Klassenstück heran. Besonders das jüngere Publikum fand Zugang zur Absurdität und der sehr direkten, manchmal unter die Gürtellinie gehenden Sprache. Es wurde geflucht und geschimpft. Und manch einer der älteren Generation fand nicht immer Zugang zu dieser Art von Humor.

 
Das Stück steigerte sich immer mehr, auch die Darsteller konnten sich nach einer Weile entspannen und spontane Improvisationen einflechten. Nach einigem Klamauk und vielen Unwahrscheinlichkeiten endet das Stück mit dem andachtsvoll gesprochenen und verwirrendem Satz von Vater Ubu: „Denn wenn es kein Polen gäbe, gäbe es kein Polen!“

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