Markgräfler Bürgerblatt

„Freiburger Modell“

Kritik an der Kammerführung

Freiburg. Noch schwelt der Streit zwischen der Führungsspitze der Handwerkskammer und dem degradierten Hauptgeschäftsführer Johannes Burger weiter und wird möglicherweise in einer Gerichtsverhandlung am 23. Februar abschließend geklärt, da müssen sich Präsident Johannes Ullrich und Vizepräsident Christoph Burger sagen lassen, dass das „Freiburger Modell“ in der gegenwärtigen Anwendung nicht den ursprünglichen Intentionen, die mit ihm verbunden waren, entspricht.
Diese Vorwürfe erhebt Rechtsanwalt Thomas Schotten in einer Rundmail. Diese Aussendung ist deshalb so pikant, weil Schotten – der Kammer verbunden – die juristischen Grundlagen des Freiburger Modells erarbeitete. Seine Kritik entspricht in großen Teilen jener, die Johannes Burger vorgebracht hatte, dem die derzeitige Kammerführung aber vorwirft, vom „Freiburger Modell“ nichts zu halten und es abzulehnen.
Burger hatte angeprangert, dass in der derzeitigen Anwendung des Modells die Arbeitnehmerseite in der Führung unterrepräsentiert sei und keine Kontrollfunktion ausüben könne. Schotten stimmt dem zu und argumentiert: „Diese Schieflage beruht auf kammerpolitischen Absprachen bei den Wahlen 2014 und ist somit personen- und nicht systembedingt.“ 2014 war Johannes Ullrich zum Präsidenten und Christoph Burger zum Vize gewählt worden. Schotten fährt fort. „Das Präsidialsystem der Handwerkskammer Freiburger funktioniert nur dann nicht, wenn die Akteure die gesetzliche Aufgaben- und Rollenverteilung missachten“, also der Vizepräsident nicht von der Arbeitnehmerseite gestellt wird. Schotten prangert darüber hinaus den Umgang der „Kammerspitze“ untereinander an: „Neben die Leitwerte des Freiburger Modells müssen zwingend Etikette treten. Jede Form des „Nachtretens“ aus politischen und persönlichen Gründen von Organmitgliedern der Kammer gegen abhängig Beschäftige ist völlig inakzeptabel“ und stellt „seinem Kind“ ein grundsätzlich gutes Zeugnis aus. „Ein Webfehler in der Satzung der Handwerkskammer Freiburg liegt nicht vor.“ Neue Unruhe also an der Kammerfront…

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