Markgräfler Bürgerblatt

Freiburg wird zur Region der Lebensretter

„Wir wollen mit der Gründung des Vereins Freiburg und Umgebung zur Region der Lebensretter machen", so der Initiator und Vorsitzende Prof. Dr. Michael Müller. Foto: RKK Klinikum

Kongress „Resuscitation 2017“ des Europäischen Rats für Wiederbelebung (ERC)

Der Kampf gegen den Tod durch Herzkreislauf-Stillstand ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich der neu gegründete Verein „Region der Lebensretter e.V. Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald“ annimmt. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements ist der ab 28. September in der Messe Freiburg stattfindende weltgrößt

e Reanimationskongress „Resuscitation 2017“ des Europäischen Rats für Wiederbelebung (ERC) mit dem deutschsprachigen Vorkongress des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC).

In der Bundesrepublik ist der plötzliche Herztod mit jährlich über 50.000 Fällen eine der häufigsten Todesursachen, die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich jedoch alarmierend gering. Studien belegen, dass sich nach Eintreten des Herzstillstandes durch die Anwendung der in Erste-Hilfe Schulungen vermittelten Wiederbelebungs-Maßnahmen die Chance für Herzstillstandopfer, lebend die Klinik zu erreichen, verdoppelt.

Aber trotz allen Engagements und eines gerade in Freiburg hervorragend organisierten Rettungsdienstes ist der Kampf gegen den plötzlichen Herztod bei Überlebensraten zwischen 10 und 20 Prozent häufig schwierig. Eine erhebliche Verbesserung der Überlebensrate kann erreichen werden, wenn ausgebildete Ersthelfer mit der Herzdruckmassage beginnen, bevor der professionelle Rettungsdienst eintrifft.

In Dänemark wurde ein auf einer Smartphone-App basierendes Alarm-System zur Aktivierung von registrierten Ersthelfern beim Kreislaufstillstand mit großem Erfolg etabliert. Dr. Hans-Jörg Busch, stellvertretender Vorsitzender des neu gegründeten Vereins und ärztlicher Leiter des Freiburger Universitäts-Notfallzentrums, schätzt, dass mit der gezielten Alarmierung von Ersthelfern, die sich in der Nähe des Notfallortes befinden, regional jährlich mindestens 15 Menschen zusätzlich gerettet werden können.

Dieses System plant Professor Dr. Michael Müller, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin im Freiburger St. Josefskrankenhaus (RKK Klinikum) und Vorstandsmitglied im Deutschen Rat für Wiederbelebung e.V. – German Resuscitation Council (GRC), mit dem Verein „Region der Lebensretter e.V. – Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald“ in der Region zu etablieren und wissenschaftlich zu evaluieren, das heißt sach- und fachgerecht zu beurteilen, zu bewerten.

In seiner Doppelfunktion als GRC-Vorstandsmitglied und Chefarzt im RKK Klinikum spürt Prof. Müller eine besondere Verantwortung alles in seiner Kraft Stehende zu tun, um dieses Projekt zu verwirklichen. „Von dem Projekt soll jedoch nicht nur die Stadt profitieren, besonders auch in der Freiburger Umgebung kommt der Rettungsdienst bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand oft zu spät“, sagt PD Dr. Hans-Jörg Busch, stellvertretender Vorsitzender des neu gegründeten Vereins.

Unter den 21 Gründungsmitgliedern des Vereins sind MitarbeiterInnen des RKK Klinikums, der Uniklinik sowie von DRK und Malteser Hilfsdienst, die sich für das Lebensretter-Projekt ehrenamtlich einsetzen. Auch der Freiburger Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach ist Gründungsmitglied und unterstützt das Projekt. (rs)

Info: www.regionderlebensretter.de

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