Markgräfler Bürgerblatt

Freiburg kompromissbereit: Zoff um Norsinger Möbelschau vom Tisch

Der Zoff zwischen der „Möbelschau“ in Ehrenkirchen-Norsingen und der Stadt Freiburg ist vom Tisch. Der Bauausschuss im Freiburger Gemeinderat hat einem Kompromiss über die Ausbaupläne des über 40 Jahre alten Möbelladens zugestimmt, die zunächst als nicht vereinbar mit dem Freiburger Märkte- und Zentrenkonzept aus den Neunzigern und den aktuellen Anforderungen der Regionalplanung galten.

Der Kompromiss, der unter Mitwirkung des Freiburger Regierungspräsidiums und des Regionalverbands Südlicher Oberrhein erreicht wurde, sieht vor, dass das Möbelhaus auf die ursprünglich geplante Vergrößerung seiner Fläche um rund ein Viertel verzichtet und sich stattdessen mit einem deutlich kleineren Ausbau zufrieden gibt. Auch eine Erweiterung des Sortiments wird es nicht geben, sondern nur eine modernisierte Präsentation. Die Stadt im Gegenzug rückt nach zwei Jahren Blockade von ihrem strikten Veto gegen den Ausbau ab, wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Roland Jerusalem, bestätigte.

Die nun ermöglichten 13 Prozent Flächenwachstum in Norsingen seien jedoch das äußerste Maß an Kompromissbereitschaft, weil damit noch immer ein belegbarer Abzug von Kaufkraft für die Freiburger Möbelhäuser einhergehe, so Jerusalem. Diesen Kaufkraftabfluss hatten unter anderem der Handelsverband Südbaden und Ehrenkirchens Bürgermeister Thomas Breig zunächst angezweifelt. Hintergrund des Streits waren Fragen der Raumplanung und des Freiburger Märkte- und Zentrenkonzepts: Norsingen hat als kleine Gemeinde im Umland nicht die gleichen Versorgungsfunktionen wie die Großstadt Freiburg. Einen Laden wie die „Möbelschau“ dürfte es dort folglich eigentlich gar nicht geben. Da das Geschäft allerdings aus einer Zeit stammt, als es in Freiburg noch gar kein Zentrenkonzept gab und auch die Regionalplanung noch in den Kinderschuhen steckte, kam in der Debatte auch das Argument des Bestandsschutzes für den Händler zum Tragen. (MBB)

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