Breisach Aktuell

Fördergesellschaft Handwerk: Föge musste Insolvenzantrag stellen

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Handwerkskammer Freiburg und dem CJD e.V.: von links: Jochen Nordau, Gesamtleiter CJD Südbaden, Ulrich Bubeck, Mitglied des Direktoriums CJD e.V., Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg; Christof Burger, Vizepräsident der Handwerkskammer Freiburg. Foto: Handwerkskammer Freiburg

Freiburg. Die „Föge“, Fördergesellschaft Handwerk gGmbH, ist insolvent. Nachdem im November bereits die Mitarbeiter aufgefordert wurden, sich mit einem Teilverzicht auf die jährliche Sonderzahlung einverstanden zu erklären, stellte die Geschäftsführung Ende Januar einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht, da die beiden Gesellschafter – Handwerkskammer (HWK) und Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) e.V. – den erbetenen und dringend benötigten Liquiditätszuschuss an „Föge“ nicht geleistet hatten.
Ohne diesen Liquiditätszuschuss war die Geschäftsführung nicht mehr in der Lage, die Januar-Gehälter auszuzahlen. Die Gesellschafter – so die Geschäftsführer in einem Schreiben an die Belegschaft – waren über die schwierige Situtaion informiert, die „aufgrund einiger Entwicklungen im vergangen Geschäftsjahr“ sowie der „Geschäftsentwicklung“ (2015) eingetreten war.
Die Fördergesellschaft wurde 1996 als gemeinnütziges Tochterunternehmen (GmbH) der HWK Freiburg gegründet und versteht sich als Bildungsträger, der sich für die Bildung und Integration von Menschen mit Unterstützungs- und Beratungsbedarf einsetzt und der Handwerksbetriebe bei Fragen der Aus- und Weiterbildung, Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung unterstützt.
Nach „konstruktiven Verhandlungen“ hatten Kammer und Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) e.V. Ende 2014 per notariellem Vertrag besiegelt, dass das CJD zum 1. Januar 2015 mit 76 Prozent Geschäftsanteilen Mehrheitsgesellschafter der Föge ist. Die Handwerkskammer Freiburg – bislang alleiniger Gesellschafter – blieb mit 24 Prozent beteiligt. Die Vollversammlung der HWK stimmte dem in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig zu.
„Die Handwerkskammer Freiburg möchte sich mit der Übertragung der Gesellschaftsanteile nicht ihrer Verantwortung für die Fördergesellschaft entledigen“, erklärte Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, auf einer Pressekonferenz. Aufgrund der satzungsgemäßer Aufgaben könne die HWK jedoch nicht weiter als Hauptgesellschafter der Fördergesellschaft (Föge) agieren; darüber hinaus stehe der enge Satzungszweck einer weiteren Entfaltung der Föge im Wege.
Zudem wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Kammer und CJD geschlossen, der eine enge Zusammenarbeit garantieren solle. Ullrich: „Wir haben eine sehr gute Entscheidung getroffen und werden ein starker Partner des CJDs sein.“

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