Markgräfler Bürgerblatt

Festival-Sommer 2015 – Viel Abwechslung in Südbaden

Foto: privat

Müllheim. Das ZMF ist die „Urmutter“ der hiesigen Festivals: Als vor über 30 Jahren Alexander Heisler das Projekt startete, hielt ihn jeder für verrückt. Beharrlich ging er seinen Weg und kann heute – nach der Übernahme der ZMF-Verantwortung durch Marc Oßwald, Chef der Konzertagentur Koko&DTK – für sich in Anspruch, der Festival-Ideengeber gewesen zu sein.
Ähnlich zielstrebig ging Bad Krozingens Bäder-Chef Rolf Rubsamen vor. Er wollte für anwesende Übernachtungsgäste ein attraktives Veranstaltungsprogramm zusammenzustellen, potentielle Übernachtungsgäste motivieren, zur Veranstaltung anzureisen – mit 1 bis 3 Übernachtungen und ergänzendem touristischem Programm wie Thermalbaden. Setzte Heisler auf ein breites Programm von Jazz bis Pop, so engagiert(e) Rubsamen Künstler, die dem Alters- und Geschmacksschnitt seiner Gäste entsprachen. Sein Plan funktioniert: heute zählt sein „Open Air im Park“ zu den festen Bestandteilen des südbadischen Sommers.
„Der Sommer gehört mittlerweile zu den arbeitsreichsten Monaten“, sagt Christoph Römmler, Chef des Veranstaltungsbüros Karo-Events. Denn längst betreuen die Agenturen mehrere Festivals; KoKo&DTK sind bei „Rock am See“, „Stimmen“ und dem „Southside Festival“ engagiert, Karo bei „I EM Music“, „Sommersound“, den „Covernights“. Und nicht selten organisiert man auch noch Firmenjubiläen, Betriebsfeste und Open Airs von (Musik-)Vereinen, denn die sind inzwischen auf den Geschmack gekommen: Gute Musik, gute Stimmung, eine laue Sommernacht – das bringt Besucher und damit Geld in die Vereinskassen.
Die Finanzen sind Knackpunkt: das traditionsreiche ZMF musste nach dem WM-Sommermärchen beinahe das Handtuch werfen: man hatte die Anziehungskraft des Fußballs unterschätzt. Schlechtes Wetter ist oft ein Grund für geringe Einnahmen. Rolf Rubsamen arbeitet hier, um Kosten zu senken, mit ehrenamtlichen Helfern und Vereinen zusammen – bisher ein erfolgreiches Modell. Eine Garantie für Erfolg gibt es nicht, sagen alle. „Eine solide finanzielle Basis und ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Künstler machen den Erfolg eines Festivals aus. Dies ist jedes Jahr eine neue Herausforderung“, bringt es Römmler auf den Punkt.
Ganz anders arbeitet der „Foire aux vins“ im elsässischen Colmar: Seit 1958 gibt es hier eine Messe zusammen mit einen Open Air Festival. In einer wunderschönen Arena treten Stars wie Deep Purple oder Iggy Pop auf, zu relativ moderaten Preisen. Messe und Konzerte unterstützen sich gegenseitig und bescheren so dem „Foire“ jährlich um die 80.000 Besucher. Das Rheintal hat im Sommer einiges an Musik zu bieten – inklusive der Qual der Wahl. (MBB)

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