Markgräfler Bürgerblatt

Fachkräftemangel wird zur Innovationsbremse

IHK-Innovationsreport 2017:

Freiburg. Die Innovationsdynamik in Deutschland ist rückläufig. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Industrie- und Handelskammern (IHKs) unter innovationstätigen Unternehmen. Besonders auffällig: Im Mangel an Facharbeitern, Fachwirten und Meistern sehen die Betriebe am südlichen Oberrhein ein deutlich größeres Hemmnis als der Bundesdurchschnitt.

Die Unternehmen wollen zwar auch in den kommenden zwölf Monaten durch Innovationen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, jedoch nicht mehr so stark wie zuletzt, so das Ergebnis des DIHK-Innovationsreports 2017. Die Schere zwischen größeren und kleineren Unternehmen ging dabei weiter auseinander: besonders im Mittelstand nimmt die Innovationsdynamik ab.

Größtes Innovationshemmnis für alle sind fehlende Fachkräfte. Doch ist das Problem in der Region am südlichen Oberrhein weit ausgeprägter als im Bundesdurchschnitt. „Hier geben 82 Prozent der Befragten an, ihre Innovationsaktivitäten aufgrund eines Mangels an Facharbeitern, Fachwirten und Meistern einschränken zu müssen im Vergleich zu 67 Prozent im Bundesdurchschnitt“, so Werner Reif, Leiter Geschäftsbereich Innovation und Umwelt bei der IHK Südlicher Oberrhein. Weiter erklären 62 Prozent der antwortenden Unternehmen hier, dass der Mangel an Auszubildenden ihre Innovationsdynamik verhindern würde – bundesweit empfinden das nur 48 Prozent der Befragten.

Eine weitere Bremse für ihre Innovationsaktivitäten erkennen gerade Kleinbetriebe und Mittelständler in einer mangelhaften Breitbandanbindung. Bundesweit sehen 71 Prozent der IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie) hier gar das größte Hemmnis.

Auch die Bürokratie stellt eine Hürde für die Innovationstätigkeit der Unternehmen dar. Knapp zwei Drittel bemängeln die hohen bürokratischen Anforderungen im Innovationsprozess. Dazu zählen beispielsweise Zulassungs- und Genehmigungsverfahren oder regulatorische Anforderungen, etwa bei der Entwicklung und dem Einsatz von Chemikalien oder der CE-Kennzeichnung von Produkten. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen belasten diese teils kostspieligen Erfordernisse und behindern sie in ihren Innovationstätigkeiten. „Ein Problem für die Zukunft unserer Region, in der überwiegend KMUs tätig sind“, so Reifs Ausblick.

Im Punkt Finanzierung haben sich die Möglichkeiten junger, innovativer Unternehmen im Vergleich zu früheren Umfragen verbessert. Mögliche Gründe sieht Reif in der guten wirtschaftlichen Lage sowie in Maßnahmen der Bundesregierung, um den Zugang zu Wagnis- und Beteiligungskapital zu verbessern. Fast die Hälfte der Befragten am südlichen Oberrhein sieht nach wie vor Hürden beim Wagniskapital. Im Bundesdurchschnitt ist es nur ein Drittel.

 

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