Markgräfler Bürgerblatt

„Es war doch nur eine Frau“

Hussein K. Foto: Salzer-Deckert

Griechische Ermittler berichten über Mordversuch von Hussein K.:

Freiburg. Im Prozess um den Mord an der Medizinstudentin Maria L. (19) haben zwei Ermittler aus Griechenland über den brutalen Mordversuch berichtet, für den der Angeklagte Hussein K. 2014 in Griechenland zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Von der Haftstrafe musste er damals allerdings nur einen Bruchteil absitzen und kam bereits 2015 auf Bewährung frei. Danach setzte er sich nach Deutschland ab, wo er ein Jahr später die Sexualstraftat an Maria L. beging, die er zu Prozessbeginn bereits gestanden hat.

Bei dem Überfall auf Korfu im Mai 2013 soll Hussein K. versucht haben, die Handtasche seines Opfers zu stehlen. Als sich die Frau wehrte und ein PKW auf den Tatort zukam, habe K. sein Opfer hochgehoben und dann eine zehn Meter tiefe Mauer hinunter geworfen. Der Polizei gegenüber habe er behauptet, er habe sein Opfer lediglich geschubst. Ohnehin sei sein Opfer „doch nur eine Frau“ gewesen, zitierte einer der Polizisten den Angeklagten.

Die junge Frau erlitt schwerste Verletzungen und überlebte nur mit Glück. K. räumte das Vergehen gegenüber der Polizei damals nach seiner Festnahme ein. Unter Alkohol- oder Drogeneinfluss habe er entgegen seiner eigenen Behauptungen offensichtlich nicht gestanden, so die Polizisten. Später habe Hussein K. sich bei einer Gegenüberstellung im Krankenhaus bei seinem Opfer für die Tat entschuldigt. Diese Entschuldigung habe aber eher zynisch als glaubhaft gewirkt, und K. habe bei einer Vernehmung gefragt, „was das alles soll“.

In Griechenland habe K. gesagt, dass er am 1. Januar 1996 in Afghanistan geboren sei. Die Ermittler hätten K. seine Altersangabe jedoch nicht geglaubt: Es sei üblich, dass Flüchtlinge in Griechenland sich jünger machen als sie sind, da sie dann Vorteile gegenüber erwachsenen Asylsuchenden hätten. Der Prozess gegen K. wird am 8. Februar fortgesetzt. (MBB)

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