Markgräfler Bürgerblatt

Erstaufnahmeeinrichtung für Freiburg: Unternehmen fühlen sich hintergangen

Freiburg. Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg bestätigte Pläne zur Einrichtung einer weiteren Erstaufnahmeeinrichtung (EA) für Flüchtlinge. Die Notunterkunft soll im Gebäude der früheren Firma Spectral im Gewerbegebiet Haid in Freiburg eingerichtet werden.
Maßgebend für die Entscheidung des RP sei, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Büroräume des Spectralgebäudes einziehen werde. Das RP weist Vorwürfe zurück, die Behörden hätten sich nicht untereinander abgestimmt. Selbstverständlich werde das Gespräch mit angrenzenden Betrieben gesucht, sobald alle offenen Punkte geklärt sind.
Dies dürfte schwierig werden, denn – so eine Pressemitteilung der „IG Haid“, einem Zusammenschluss der im Gewerbegebiet angesiedelten Betriebe – die Unternehmer fühlen sich von Behörden hintergangen. Eine Erstaufnahmestelle für bis zu 1.000 Flüchtlinge sorgt für Unruhe, Unverständnis und großen Ärger bei den Gewerbetreibenden. „Bei mir laufen seit heute früh die Telefone heiß“, sagt Christian Schulz, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Haid. „Diese Nachricht trifft uns Unternehmer hart und völlig unvorbereitet. Weder das Regierungspräsidium, noch die Stadt oder das BamF haben auch nur ein Wort in der Sache mit uns gewechselt.“ Man fühle sich von den Behörden massiv hintergangen.
Die mögliche Unterbringung von bis zu 1.000 weiteren Flüchtlingen auf der Haid sei völlig unverhältnismäßig, so die einhellige Meinung, die Schulz aus seinen ersten Gesprächen mit den Unternehmern vor Ort zu hören bekommen hat. „Es spielen dabei mit Blick auf die Silvesternacht in Köln und die sich häufenden Meldungen über Probleme wie Schlägereien und Konflikte in den Sammelunterkünften auch zunehmend Ängste eine Rolle“, so Schulz. Man dürfe aber ungeachtet dessen auch nicht übersehen, dass im Gewerbegebiet Haid in unmittelbarer Nähe des geplanten neuen Standorts bereits heute städtische Unterkünfte für rund 400 Menschen geschaffen worden sind. „Man dürfe die Kooperationsbereitschaft der Unternehmen, die als Arbeitgeber letztlich für den Wohlstand der Menschen und die Handlungsfähigkeit der Stadt mitverantwortlich sind, nicht endlos belasten, so Schulz.

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