Breisach Aktuell

Eindrucksvollen Aufführung der Theater AG

Die Theater-AG der Hugo-Höfler-Realschule in Aktion. Text: Regina Maußner, Fotos: Regina Maußner

Theater-AG der Hugo-Höfler-Realschule Breisach

Nach Ende der Premiere des Stückes „Ich knall euch ab“ herrscht einen Moment betroffene Stille, bevor den hervorragenden Schauspielern kräftig applaudiert wird. „Krass gut“, dieser Ausspruch eines Zuschauers trifft die Empfindungen am Besten. Die jungen Schauspieler haben sich seit Beginn des Schuljahres in dieses Stück, das einen Amoklauf an einer englischen Schule thematisiert, hineingearbeitet und leben ihre Rollen. Als Zuschauer ist man fasziniert von der großartigen Leistung der Schauspieler aber gleichzeitig wird man den „Kloß im Hals“ nicht los.
In dem Stück von Felix Huby und Boris Pfeiffer, das auf der Romanvorlage von Morton Rhue beruht, geht es um zwei Jugendliche, Gerri und Ben, die von Klassenkameraden terrorisiert werden. Nur die Mitschülerin Alice hält zu ihnen. Wie oft bei Mobbing typisch gibt es Mitläufer und viele die wegschauen oder einfach nicht aufmerksam sind. In wechselnden Szenen, die vor und nach dem Amoklauf spielen entsteht ein Bild dessen, was Gerri und Ben zu dieser Tat getrieben haben könnte. Die Hilflosigkeit der Überlebenden, die Erklärungsversuche, die sich der Einzelne zurechtlegt und die Frage nach der eigenen Schuld werden eindrucksvoll thematisiert. Der Amoklauf selbst wird atmosphärisch passend inszeniert. Die Musik und Beleuchtung verstärken das Miterleben der jeweiligen Situation. Die beiden Regisseurinnen Susanne Kienzler und Sonja Liceni haben das Stück ausgewählt, um einen Beitrag im Rahmen des Antimobbingkonzeptes der Hugo-Höfler-Realschule zu leisten. Das ist ihnen auf eindruckvolle Weise gelungen. Viele Schüler der siebten bis neunten Klassen, die die Premiere erlebten, fanden es gut, dass ein Stück mit diesem Thema an ihrer Schule gespielt wurde und waren betroffen. Im anschließenden gemeinsamen Klassengespräch war Raum die eigene Betroffenheit, die entstandenen Ängste und Fragen zu äußern.
„Vielleicht ändert sich dann etwas, und irgendwo wird irgendein anderer Junge besser behandelt und findet einen Grund weiterzuleben.“, schreibt Gerri in seinem Abschiedsbrief. Die eindrucksvolle Aufführung, regt an zum Nachdenken und kann vielleicht ein Anstoß zu genaueren Hinschauen sein. Vielen Dank den hervorragenden Schauspielern, der perfekten Technik und der mutigen Regie.

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …