Breisach Aktuell

Ein Pionier in der hiesigen Schullandschaft

59 Fünftklässler sind voller Vorfreude auf ihre neue Schule.

Mit der Einschulung der Fünftklässler startet die Gemeinschaftsschule

Während in vielen Gemeinden die Einschulung der Erstklässler nach den Sommerferien im Mittelpunkt stand, konnte Ihringen ein ganz besonderes Schulfest begehen. Zunächst mit drei fünften Klassen wird die Neunlindenschule mit Schuljahresbeginn als Gemeinschaftsschule (GMS) die Schullandschaft des Landkreises bereichern.

Viele Monate hatten sich die Gemeinde, das Lehrerkollegium und ein eigens ins Leben gerufener Arbeitskreis für die Genehmigung der GMS ins Zeug gelegt. Künftig werden in Ihringen die Schüler nicht nur bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen sondern auch nach einem gänzlich anderen pädagogischen Konzept unterrichtet, als an den gängigen Schultypen.

„Heute ist ein besonderer Tag für die Schule und die Gemeinde“, unterstrich denn auch Bürgermeister Martin Obert, nachdem der Flötenspielkreis und Schulleiter Matthias Auer alle Anwesenden begrüßt hatten. Dies war auch an den besonderen Gästen zu erkennen, denn neben den wichtigsten Personen, 59 künftigen Fünftklässlern mit ihren Eltern, waren auch die Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich (Grüne) und Christoph Bayer (SPD), Monika Blum-Thol von der Sprengelregion des Landkreises am staatlichen Schulamt sowie Knut Becker vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport an den Kaiserstuhl gekommen. „Die Entscheidung für die Gemeinschaftsschule war relativ knapp“, blickte das Gemeindeoberhaupt erleichtert zurück. Dass es nun geklappt habe, sei dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. „Es ist eine schöne, fast denkwürdige Einweihungsfeier“, schloss Obert. Nach einem Klavierstück für sechs Hände und einer sportlichen Einlage der Tanz-AG, trat Knut Becker von der Stabsstelle Gemeinschaftsschule am Kultusministerium ans Rednerpult. „Ihr Schüler seid das Wichtigste und der Hauptgrund, dass ich hier bin“, betonte Becker. Im Mittelpunkt stünden die Schülerinnen und Schüler auch in der Gemeinschaftsschule, fuhr der Gast aus Stuttgart fort. Dies würde an „schülerzentrierten, individuellen Lernformen“, wie sie das pädagogische Konzept der GMS umsetzt ebenso deutlich wie am „rhythmisierten Schulalltag im Ganztagsbetrieb“, betonte der Fachmann. Auch stünde die GMS für Bildungsgerechtigkeit. „Die Gemeinschaftsschule ist für alle Schüler geeignet“, unterstrich Becker das Ziel, sowohl Kinder mit Handicap in die Regelschulen zu integrieren als auch den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln. „Ich freue mich ganz besonders, heute das erste Mal bei der Einschulung der fünften Klassen an einer Gemeinschaftsschule dabei zu sein“, bekannte Schulamtsdirektorin Monika Blum-Thol. „Das staatliche Schulamt ist sehr stolz, dass die Gemeinschaftsschule in Ihringen startet“, fuhr sie fort. Es sei ein langer, intensiver Weg der Vorbereitung gewesen, denn „diese neue Art der Lernkultur schüttelt man nicht aus dem Ärmel“, betonte Blum-Thol. „Unser Lehrerteam erfüllt den hohen Anspruch voll und ganz“, gab sich Schulleiter Matthias Auer zuversichtlich. Bereits in den vergangenen Schuljahren habe man nach dem pädagogischen Konzept der Gemeinschaftsschule unterrichtet. Auer freute sich auch, drei neue Kollegen vom Gymnasium und der Realschule an der Neunlindenschule begrüßen zu können. „Jedem Schüler soll hier sein Platz gegeben werden“, versprach der Rektor, der sich wünschte, dass „viel Puzzleteile zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen“. Schließlich kamen die „Puzzleteile“, 59 Fünftklässler aus einem Einzugsgebiet von Endingen bis ins benachbarte Elsass auf die Bühne, um zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Katharina Hiery, Stefanie Himmelsbach und Jessica Ohletz ihre Klassenzimmer und -kameraden kennenzulernen und „ihre Schule“ in Besitz zu nehmen. Die JMS-Band „Funky Crossword“ leitete derweil mit Musik zum allgemeinen Umtrunk über.

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