Breisach Aktuell

Ein phantastischer Weinjahrgang

Zur Vorstellung der Weinernte traf man sich in St. Georgen im Weingut Faber. Nicht weit davon genoss man den sagenhafte Ausblick im Rebberg.

Herbstpressebesprechung des Badischen Weinbauverbands

Der Präsident des Badischen Weinbauverbands, Haupterwerbswinzer Kilian Schneider aus Vogtsburg-Oberbergen, verkündete die frohe Botschaft auf einen ausgezeichneten Jahrgang 2015 im Beisein der Badischen Weinkönigin Isabella Vetter.

Eine phantastische Qualität mit optimalem und gesunden Reifegrad aller Traubensorten trübt nur die Aussicht, dass die Menge etwas zurücksteht. Zur Vorstellung der Weinernte traf man sich im Weingut Faber in Freiburg-St. Georgen und ging direkt in den angrenzenden Weinberg „Steinler“ mit sagenhaftem Ausblick. Den genoss auch der Minister Alexander Bonde vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg. Bonde genoss dabei sein Heimspiel in seiner alten Heimat Freiburg-St. Georgen.

Minister Bonde verwies darauf, dass das Jahr 2015 kein einfaches landwirtschaftliches Jahr war. Er freute sich über die gute zu erwartende Weinqualität trotz der Mengeneinbußen. Der Klimawandel steht auf seiner Agenda und in der EU-Förderpolitik für Winzer könnten Weinbaubetriebe nun auch Direktzahlungen beantragen. Peter Wohlfahrt, der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes erinnerte an das Weinjahr 2015, das mit einem unterschiedlichen Wasserdefizit in verschiedensten Lagen zur Kleinbeerigkeit beigetragen hat. Junganlagen hätten viel Wasser benötigt. Und gerade hier liegt ein ausgesprochenes Problem. Die Zurverfügungstellung von Wasser an die große Fläche stelle ein nicht unbedeutendes Problem dar. Am Ende würde die Wasserknappheit für ein Mengendefizit von 15 bis 20 Prozent verantwortlich sein, obwohl das Weinjahr 2015 heterogen verlaufen sei. „Wenn der Wein im Glase steht und die Qualität bestimmbar ist, kann man das Glas immer noch verschütten“ sagte Dr. Peter Schuster, Verantwortlicher für die Produktion im Badischen Winzerkeller Breisach. Eigentlich mahnte dieser Spruch zur Vorsicht, doch der Önologe Schuster zeigte sich jedoch sehr zuversichtlich ob der guten Qualität 2015. Für seinen Betrieb erwartet er eine Mindermenge von etwa 10 Prozent. Der kompakte Herbst bereite mit etwa 21 Millionen zu erwartenden Kilo, die alle gleichzeitig erntereif wurden, zwar logistische Probleme. Diese Probleme seien jedoch auch noch lösbar.

Michael Ernst sprach für den Badischen Weinbauverband für den Markgräfler Wein. Ein außergewöhnlicher Spitzenjahrgang stehe mit dem Gutedel an, allerdings seien 30 Prozent weniger an Menge zu erwarten. Präsident Schneider hatte die aktuelle Lage noch präzisiert. Die Lesekapazität sei auszunutzen, gerade weil alle Sorten auf einmal optimal herangereift seien. Es gäbe sehr gute Säurewerte, weitaus besser als im etwa vergleichbaren Weinjahr 2003. Durch die gezielte Lese der Trauben werde deswegen nur bedingt auf die Öchslegrade geschaut. Die Mindesthöhe an Öchsle müsse zwar schon da sein, aber die Weine sollten nicht auf eine zu hohe Alkoholmenge durch Restzucker ausgelegt sein. Ein positives Gedankengut, das sich zwischenzeitlich aus Erfahrungswerten herauskristallisiert hat. Etwa 1000 Hektar seien am Kaiserstuhl dem Hagel zum Opfer gefallen, davon wurden etwa 200 Hektar total abgeschlagen. Hier haben die Winzer natürlich mit erheblichen Einbußen zu rechnen. Im Markgräferland werden 3169, am Tuniberg 1063 und am Kaiserstuhl 4163 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Das ist vom Gesamtanteil der Bewirtschaftungsfläche mit 15491 und neun Bewirtschaftungsbereichen ein stattlicher Anteil. Marin Faber von einem der ältesten privaten Weingüter im Markgräflerland präsentierte einige seiner Kellerkostbarkeiten. Der Familienbetrieb in Freiburg-St. Georgen ist breit aufgestellt und bewirtschaftet auch Reblächen am nahen Tuniberg und am Kaiserstuhl.

 

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