Markgräfler Bürgerblatt

Ein Kosmos an Kreativität

Jonas Mucha mit seinem selbstgebauten Wasserfahrrad. Foto: privat

Waldorfschule Müllheim

Müllheim. Die Präsentationen der Achtklassarbeiten der Waldorfschule Müllheim Anfang Februar wieder ein Höhepunkt im Schuljahr. 33 SchülerInnen zeigten in Einzelvorträgen und an individuell gestalteten Ständen die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema.

In der Sporthalle waren Spannung und Aufregung groß – nicht nur beim Klassenlehrerteam Joachim Beck und Annika Kirschke. Und was alles wurde auf die Bühne gebracht: Ein Hund – Franka Muschiol zeigte, was sie ihm alles beigebracht hat. Ein Eiswagen – Elias Harder hatte ihn als Fahrradanhänger gebaut. Ein Xylophon – Josua Bühler hatte dieses Instrument mit den Ausmaßen eines Klaviers gebaut und spielte darauf vor. Ein Wasserfahrrad – Jonas Mucha hatte ein Kinderrad mit Schwimmkörpern versehen, sodass es auf dem Baggersee fahren konnte. Ein Hängesessel mit einem Rahmen aus Rattan und einem Geflecht aus verschiedenen Weidearten – Hannah Schumann erklärte dessen spannende Entstehung. Ein Automobil aus der Designerschmiede von Maurice Deloré, in dem die meisten gerne eine Runde gefahren wären. Ein Bienenstock – Philomena Heß ließ sich trotz Bienenstichallergie nicht davon abhalten, die fleißigen Honiglieferanten zu pflegen und über sie zu informieren. Ein Landkite-Board – Jan Golombek hatte es selbst gebaut und zeigte, wie er sich mit Hilfe des Windes über die Landschaft ziehen lässt. Ein Insektenhotel – einige davon können in der hübschen Herberge, die Luisa Herker ihnen gebaut hat, sicher und komfortabel überleben. Ein kurzes Theaterstück – Lena Welz hat es inszeniert und mit Timo Bohr aus der 12. Klasse gekonnt auf die Bühne gebracht. Gleich vier Mädchen hatten Pferde zum Gegenstand ihrer Arbeiten gewählt. Lucia-Magali Engler hatte eins mitgebracht und demonstrierte einige Dressuren – für das Pferd eine Premiere! Kommunikation und Körpersprache von Pferden brachte Maja Riepenhausen näher: nur einer kann der Boss sein, Mensch oder Pferd. Den Bewegungsapparat des Pferdes erläuterte Annika Schubert am Modell und zeigte Bilder von Streck- und Dehnübungen mit ihren drei Vierbeinern. Lilli Lachmit begegnete den Pferden mit dem Zeichenblock und zeigte Studien von Pferden in Bewegung und Pferdeportraits – einige davon hatte Charlotte Bertleff in Aquarell koloriert, ansonsten präsentierte sie Stillleben und stimmungsvolle Landschaften. Marcel Burkart konnte seine Handarbeitslehrerin als Mentorin gewinnen und hatte einen Nähkurs bei der Volkshochschule besucht. So konnte er einen Mitschüler mit T-Shirt, Hosen und Pullover mit überlangen Ärmeln auf den Laufsteg bringen. Lukas Eberle zeichnete perspektivisch Unmögliches à la M.C. Escher. Landart beschäftigte Loreena Keiser, ihre Kunstwerke erschuf sie mitten in der Natur. Schade nur, dass diese mit der Zeit vergehen – aber auch der Zerfall gehört dazu und wurde von ihr dokumentiert. Eine Terrasse aus Holz hatte Tim-Luca Lindemann konstruiert und am eigenen Haus angebaut. Im Garten von Anika Lang ist nun eine Kräuterspirale zu bestaunen, die feine Kräuter liefert. Neben Kräutern sind andere pflegende und duftende natürliche Zutaten in der Naturkosmetik zu finden, die Alina Hofmann komponiert hatte. Paul Qitté hatte einige Tricks mit seinem BMX Rad einstudiert; gleich zwei Rampen hatte Federick Schulze-Schilddorf gebaut und führte gewagte Sprünge vor – sein Traum ist ein eigener BMX-Park. Darjush Sakha berichtete über sein strapaziöses Triathlontraining. Auf seinem „Weg zum Triathlon“ hat er nebenbei drei Wettkämpfe gewonnen. Leander Martin hat Tonstudios in Auggen und Köln aufgesucht und Filmsequenzen neu synchronisiert. Anna Lorets Thema war der Kurzfilm. Sie zeigte, wie ihrem Team witzige Sequenzen gelungen waren und nicht weniger witzige in die Hose gingen.

Zu gefährlich waren die Flüge von Maren Sänger als Cheerleaderin, diese gab es nur als Video. Dafür brachte Zarah Solovey mit Capoeira, der Tanzkampfkunst aus Brasilien, gleich die Freiburger Gruppe „Centro do mundo“ mit. Julia Schneider tanzte K-Pop vor, Jula Meggle präsentierte rhytmische Sportgymnastik. Und zum Schluss zeigte Noah Velte, wie die Chinesen über ihre Mauer schauen, nämlich mithilfe einer hohen, stehenden Kletterstange. An dieser demonstrierte er dann mit Chinese Pole eine Mischung aus statischer und Luftakrobatik. Hannes Jäksch war krank. Aus seiner Arbeit las Klassenlehrer Joachim Beck einige originelle Passagen über dessen Kletterleidenschaft und danach konnte man ihn im Film in schwindelnder Höhe sehen. Elisa Trefzer berichtete über die Gebärdensprache Gehörloser, die sie erlernt hat. Die achte Klasse zeigte einen ganzen Kosmos aus Kreativität und Begeisterung und alle hatten ein Heimspiel! (MK)

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