Markgräfler Bürgerblatt

Ein Ende der Rissbildung ist in Sicht

Folge einer verunglückten Geothermie-Bohrung vor zehn Jahren und heute - leider – auch eine Art Tourismusmagnet: Risse in der Staufener Altstadt. Foto Amann

Zehn Jahre Staufener Bodenhebung

Seit zehn Jahren rumort es im Boden der Stadt Staufen. Die zerstörerische Kraft der Bodenhebung ist Auswirkung einer missglückten Erdwärmebohrung. Trotzdem bleibt das Markgräfler Städtle eines der schönsten in Baden-Württemberg, auch wenn die Rissebildung in der historischen Altstadt, zum Verdruss von Bürgerschaft und Stadtverwaltung, punktuell zu einer Art Touristenattraktion geführt hat.

Der „Arbeitskreis Hebungsrisse“ informiert über den „Stand der Dinge“, die Hoffnung ist groß, dass mit dem Abpumpen von Grundwasser dem Aufquellen der „Gipsschicht“ und damit der weiteren Hebung mit der Zeit ein Ende bereitet wird. Die Situation ist heute wie folgt: „1. Höhenbewegung weiterhin abnehmend, 2. Pumpbetrieb läuft wieder ruhig, 3. Das Büro für Baukonstruktionen (BfB) berichtet über weniger neue Schäden an den Gebäuden in der historischen Altstadt, 4. Kontrolle des Erdgasnetzes ohne Beanstandungen, 5. Problem der Brunnenspeisung noch ungelöst, 5.TÜV fährt fort mit der Überprüfung der Gasanlagenzustände der Gebäude.“

Bei der letzten Höhenmessung im März 2017 konnte ein weiterer geringfügiger Rückgang der Hebungsraten festgestellt werden – so der Arbeitskreis – alle Messwerte liegen unterhalb von 2 mm im Monat, aber es kann noch keine verlässliche Aussage getroffen werden, wann die Hebung endet. Der Pumpbetrieb läuft wieder ruhig, seit die Pumpe ausgetauscht wurde. Im Betrieb war ein ungleichmäßiger Lauf aufgetreten. Bei der Untersuchung wurde ein erhöhter Verschleiß festgestellt.

Das Büro für Baukonstruktionen teilt mit, dass es weniger neue Gebäudeschäden gibt; Hauptschäden sind weiterhin im Wesentlichen Fenster, Türen, Fliesen und Putzablösungen, neu ist ein Giebelriss. Größere statische Reparaturen im Keller eines Gasthofes sind abgeschlossen. Jetzt werden vermehrt Sanierungsprojekte angegangen. Am Rathaus soll vor der kalten Jahreszeit der große Mauerwerksriss an der Westfassade zum Nachbargebäude geschlossen werden. Die Lilienhofschule soll saniert werden, sobald über zwei Jahre hinweg keine Änderungen der Schäden mehr beobachtet worden sind. (KA)

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