Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an…. Monia Karle, Oberzunftmeisterin der Müllimer Hudeli e.V.

 

Monia Karle, Jahrgang 1989, ist waschechte Müllheimerin. Sie sagt, sie sei in die Fasnacht „quasi hinein geboren worden“, denn 1. weil sie an einem Scheibenfeuer Sonntag geboren wurde und 2. der Papa sehr aktiv dabei war. Aktiv bei der NZ Müllheimer Hudeli, ist sie seit ihrem 6. Lebensjahr: „Seit dem Tag bin ich jedes Jahr dabei, ob als Gardemaidle oder in der Maskengruppe der Eichwaldgeischter. Jetzt bin ich 28 und es hat sich in der Zeit seit meinem Beginn doch einiges geändert!“

Sie ist nun die neue Frontfrau bei den Hudelis: Monia Karle. Foto: privat

 Was ist für Sie das Besondere an Fasnet? Was möchten Sie sowohl den Mitgliedern Ihrer Zunft wie auch den Besuchern Ihrer Veranstaltungen vermitteln? Was ist das Besondere an Müllheims Fasnet?

 

Es sind viele Dinge, die Fasnacht für mich besonders machen. Seit ich klein bin steh ich auf der Bühne an unseren Zunftabenden. Es freut mich jedes Jahr wieder, das Publikum immer wieder neu zu begeistern. Auch an Umzügen mitlaufen ist immer wieder schön. Die Straßen sind bunt geschmückt und die Leute verkleidet. Die vielen Menschen am Straßenrand, vor allem die kleinen Kinder, die sich über Süßigkeiten freuen. An Narrentreffen oder Zunftabenden anderer Zünfte sind wir immer gerne. Da lernt man immer wieder neue Leute kennen, wodurch auch schon einige Freundschaften entstanden sind. Fasnacht macht einfach Spaß und genau das wollen wir auch den Besuchern unserer Veranstaltungen vermitteln. Einfach mal einen Tag oder Abend sich verkleiden, lachen und lustig sein. Wir bieten in Müllheim viel an, damit man solche Tage feiern kann. An unseren Zunftabenden, am Umzug oder gemütlich bei unserem Schmutzige Dunnschtig auf dem Marktplatz. Auch unsere kleinen kommen nicht zu kurz. Am Kinderball im Bürgerhaus dreht sich ein Nachmittag alles um unsere Kinder.

Ist Fasnet auch heute noch eine Sache aller, oder steigt beispielsweise die Jugend aus, weil sie Fasnet für eine veraltete Brauchtumssache hält? Was tun Sie, um Nachwuchs zu gewinnen? Beweist die Tatsache, dass Sie als Frau sich durchgesetzt haben, dass Narrtei durchaus modern ist?

Heutzutage ist es etwas schwieriger Jugendliche für eine Bühnenfasnacht, so wie wir sie noch machen, zu begeistern. So etwas ist natürlich auch mit Proben vor der Fasnacht und viel Arbeit während der Fasnacht verbunden. Da setzen manche Jugendliche andere Prioritäten. Sie gehen lieber an die Narrentreffen, weil dort mehr Party ist wie beispielsweise an einem Zunftabend. Ich denke aber, dass diese Phase jeder mal hat bzw. hatte. Ich war ja auch mal in dem Alter und weiß wie das ist. Wir versuchen bei uns in der NZ schon unseren Narrensomen (bis 14 Jahre) zu zeigen, dass Fasnacht beides sein kann. Unsere Kinder haben sehr viel Spaß an ihren Auftritten. Manche können es, in ihren jungen Jahren, gar nicht abwarten bis es wieder losgeht mit der 5.Jahreszeit. Das ist das Wichtige, was man beibehalten muss, wenn sie dann älter werden und in den aktiven Stand wechseln. Denke, das man so ein gutes Gleichgewicht zwischen feiern gehen und Bühnenfasnacht hinbekommt. Bei mir hat es auf jeden Fall geklappt, ich bin immer noch dabei. Ich bin jetzt das zweite Jahr an der Spitze der Müllheimer Hudeli und ich fühle mich schon viel wohler in der Position als Chefin. Man muss sich als Frau manchmal ein bisschen mehr durchsetzen, weil es doch noch eher eine Männerdomäne ist. Bis jetzt komme ich damit aber sehr gut klar und ich würde mich freuen wenn bald noch mehr Chefinnen dazukommen.

Bunte Abende, Umzüge etc. sind essentielle Bestandteile der Fasnet. Besteht aus Ihrer Sicht dafür Gefahr, weil die Auflagen der Behörden immer dichter und teurer werden: Sicherheit, Brandschutz, Aufräumarbeiten nach den Umzügen, teure Security gegen „vorgeglühte“ Pseudonarren? Sehen Sie hierdurch mittel- bis langfristig die Fasnet gefährdet?

Man muss sicherlich mittlerweile Veranstaltungen anders Planen als bisher. Vor allem das Thema Brandschutz bei unserer Saalfasnacht im Bürgerhaus ist dieses Jahr nochmal verschärft worden. Da muss man dann zwischendurch umorganisieren und flexibel sein. Daher ein großes Lob an mein Team, die immer da sind und nach anderen Möglichkeiten suchen. Ohne die würde die Müllheimer Fasnacht nicht so sein wie sie ist. Bei unseren Umzügen arbeiten wir ja schon länger eng mit Polizei und Rot-Kreuz zusammen. Auch das Programm „Don´t drink to much“ von der Stadtjugendpflege wird dieses Jahr am Umzug in Müllheim wieder dabei sein. Neu arbeiten wir auch mit der Feuerwehr Müllheim zusammen, was unseren Umzug betrifft. Letztes Jahr hatten wir auch die Bundespolizei am Bahnhof in Müllheim, was wir auch für dieses Jahr wieder versuchen. Es gibt doch leider immer wieder Personen, die nicht nur wegen des Umzuges nach Müllheim kommen. Viele sehen nur die Party, den Alkohol – und am Schluss noch für ein bissel Aufruhr sorgen. Aber dagegen versuchen wir jedes Jahr auf´s Neue vorzugehen, so dass wir Narren unsere Fasnacht in vollen Zügen genießen können. Ich glaube, wenn wir es noch ein paar Jahre so machen können, wie bisher, wird es mit der Müllheimer Fasnacht weitergehen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.

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