Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an… Mirco Bahr, DLRG

 

Mirco Bahr

Mirco Bahr aus Mundingen ist 41 Jahre alt. Der Schornsteinfegermeister ist seit seiner Jugend in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aktiv und als Leiter Einsatz des DLRG-Bezirks Breisgau für den Wasserrettungsdienst zuständig.

Sommerzeit – Badezeit: besonders gern wird an Bagger- beziehungsweise Badeseen geschwommen. Wie viele dieser Seen sind sicher, das heißt es drohen keine Gefahren beziehungsweise es gibt einen Wachdienst durch die DLRG? Wo erfahre ich, ob das Wasser eines Sees überhaupt geeignet ist zum Schwimmen? Wird die Wasserqualität nur einmal, zu Beginn der Saison, kontrolliert oder regelmäßig, den ganzen Sommer über? Wo sollte man auf gar keinen Fall Schwimmen?

Die grundsätzliche Empfehlung der DLRG lautet nur dort zu Baden, wo es sicher und auch bewacht ist. Das sind in erster Linie die Freibäder. Dies gilt ganz besonders für Familien mit Kindern, da es in den Bädern auch spezielle Bereiche wie Planschbecken und Nichtschwimmerbecken für die Jüngsten gibt. Bewachte Badeseen sind beispielsweise der Opfinger See oder der Tunisee in Freiburg. Am Opfinger See betreibt die DLRG-Ortsgruppe Freiburg eine Wachstation und am Tunisee sind die Kameraden der Ortsgruppe Freiburg-Hochdorf präsent. Da unsere Rettungsschwimmer ehrenamtlich tätig sind, sind diese Stationen nur zu Regelwachzeiten besetzt, das heißt von Mitte Mai bis Mitte September tagsüber an den Wochenenden.
Seen an denen das Baden erlaubt oder zumindest geduldet ist, werden in der Regel von den Gesundheitsämtern der Stadt-/Landkreise getestet. Auskünfte können hier die jeweiligen Gemeinden geben oder im Internet die interaktive Badegewässerkarte der Landesanstalt für Umwelt Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. (lubw.baden-wuerttemberg.de). Tabu sollten auf alle Fälle Baggerseen sein, die noch in Betrieb sind. Gefährlich ist hier der Untergrund der oftmals entlang von Kanten nachgeben kann. Wenn es unter Wasser zu so einem Erdrutsch kommt, besteht höchste Lebensgefahr. Hinzu kommen Hindernisse unter Wasser – wie beispielsweise Drahtseile zur Befestigung der Schwimmbagger – ein unüberlegter Kopfsprung kann so schnell im Rollstuhl enden.

Sonnenschein, kühles Wasser, Kameraden – es wird gern ausgelassen getobt: was sind denn aus der Sicht des erfahrenen Rettungsschwimmer die absoluten don’ts? Was müssen Kids selbst, was ihre erwachsenen Begleiter beachten?

Als erstes einmal die Baderegeln beachten, die eigentlich jedes Kind kennen sollte. Diese sind übrigens auf der Homepage der DLRG (www.dlrg.de) nicht nur in deutscher Sprache sondern auch in vielen weiteren Sprachen zu finden. Die „DLRG Baderegeln“ gibt es auch als App fürs Smartphone. Wichtig ist, nicht überhitzt ins Wasser zu springen und sich vorher abzukühlen. Der plötzlich auftretende Temperaturunterschied kann Störungen des Kreislaufs bis hin zum Herzstillstand zur Folge haben. Ein „Don’t“ ist natürlich auch Alkohol, da man Risiken unterschätzen und die eigenen Fähigkeiten leicht überschätzen kann. Erwachsene Begleiter sollten Kinder grundsätzlich nie aus den Augen lassen. Das gilt im Übrigen auch für bewachte Seen und Freibäder.

Am liebsten gar nicht mehr raus aus dem Wasser: wo lauern gesundheitliche Gefahren – Unterkühlung, Bakterien, die mitgeschluckt werden, zu wenig Essen oder Trinken? Was macht einen Badeausflug zu einer für alle Beteiligten gelungenen Sache?

Wie bei jeder Sportart gilt auch für das Schwimmen, dass ich sie nur mache, wenn ich mich gesund und wohl fühle. Durch den längeren Aufenthalt im Wasser kann es durchaus zu einer Unterkühlung kommen, daher sollte man das Wasser verlassen wenn man friert. Durch Temperaturunterschiede im Wasser kann man auch schnell einen Muskelkrampf bekommen. Durch den Aufenthalt im kalten Wasser und die Bewegung steigt natürlich auch der Energieverbrauch. Daher lautet die Empfehlung auch nicht mit ganz leerem Magen ins Wasser zu gehen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Am besten immer zu zweit oder in einer Gruppe schwimmen gehen, so dass man sich im Notfall wie Krampf oder Erschöpfung gegenseitig helfen kann.

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …