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Drei Fragen an… Martin Linser, Wein- und Spargelbauer

Martin LinserMartin Linser, Jahrgang 1978, ist Wein- und Spargelbauer am Tuniberg in Opfingen. 2013 übernahm er den Betrieb von seinem Vater und bewirtschaftet 20 ha Wein als Genossenschaftswinzer. Seine 20 bis 30 Tonnen Spargel verkauft er ab Hof an umliegende Gastronomen und beliefert Firmen in Freiburg, deren Mitarbeiter bei ihm bestellen. Außerdem ist er stellvertretender Kreisvorsitzender im BLHV Kreis Freiburg.

Wie wichtig ist Spargel für die südbadische Landwirtschaft? Wie viele Betriebe stechen jährlich wie viele Kilo Spargel und beschäftigen dabei wie viele Arbeitnehmer? Gibt es Verteuerungen durch die Mindestlohnbestimmungen?

Die Sonderkultur Spargel ist für die südbadische Landwirtschaft ein wichtiger Faktor, rund die Hälfte des südbadischen Spargels wächst in der südlichen Rheinebene rund um Freiburg. In den letzten Jahren wurden um die 11.000 Tonnen Spargel pro Saison in Baden-Württemberg geerntet. Wenn die Bedingungen weiter so gut sind, dann werden wir die Menge wieder schaffen. Der Spargelanbau dient als weiteres Standbein, was in der heutigen Zeit in Punkto Risikomanagement unerlässlich ist. Hinzu kommt, dass die Flächen immer knapper werden und mit einem Hektar Spargel mehr Erlös erzielt werden kann im Vergleich zum Beispiel mit Ackerbau.

Hinzu kommt, dass die deutsche Bevölkerung deutschen Spargel wertschätzt und in Südbaden, aufgrund der klimatischen Bedingungen, deutschlandweit als erstes gestochen werden kann.

Ich musste mit der Einführung des Mindestlohns den Preis für einen Kilo Spargel um rund 30 Prozent erhöhen, was meine Kunden anstandslos bezahlen. Die Preiserhöhung kann ich als Direktvermarkter besser umsetzen, wenn man mit dem Einzelhandel verhandeln muss, dann sieht das anders aus.

Martin Linser spargel

Der Klimawandel macht sich bemerkbar: Fröste, lange kühle und nasse Phasen, abrupte heiße Tage: macht sich das beim Spargel bemerkbar? Schadet das Wetter den Kulturen? Dürfen die Landwirte, da es dieses Jahr lange kühl war und der Spargel erst später erntefähig über das „Enddatum“ 24. Juni hinaus stechen und anbieten?

Ja, die klimatische Bedingungen unserer Zeit setzen auch dem Spargel zu. Wie zum Beispiel im letzten Jahr: durch den warmen Jahresbeginn und die Spätfröste im April kam es zu hohen Ertragsschwankungen. Man kann also sagen, dass zu lange Trockenphasen im Wechsel mit zu nassen Phasen oder Frösten die Kultur beachtlich schädigen können.

In diesem Jahr lag der Beginn der Spargelernte noch im üblichen Zeitrahmen. Wir haben den ersten Spargel am vorvergangenen Freitag gestochen und wir werden die Zeitspanne nicht bis zuletzt ausreizen, um großen Stress für die Pflanzen zu vermeiden. Das Enddatum werden wir deshalb nicht verschieben.

 

Spargel, das „königliche Gemüse“ – wie isst man Ihrer Meinung nach diese Delikatesse am besten?

Der Spargel sollte bei der Mahlzeit im Vordergrund stehen. Wenn meine vierköpfige Familie am Tisch sitzt, werden schon Mal 2-3 Kilo Spargel verputzt. Die Beilagen Kartoffeln, Schinken und Soße geraten dabei eher in den Hintergrund. Martin Linser

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