Breisach Aktuell

Drei Fragen an…

Alexander Hangleiter DEHOGA

Alexander Hangleiter, Dehoga Freiburg

Seit 16 Jahren ist Alexander Hangleiter beim Dehoga, davon seit acht Jahren Geschäftsführer. In Freiburg betreut der Verband ca. 1.900 Mitgliedsbetriebe zwischen Lahr und Waldshut. Hangleiter ist gelernter Hotelfachmann und Jurist, 49 Jahre alt – er lebt in Freiburg. Den Betrieben war der Dehoga bei der Bewältigung der Corona-Auflagen eine wichtige Unterstützung. Tagesaktuelle Informationen erhalten Mitglieder auf der Homepage www.dehogabw.de

 Wie liefen die vergangenen Monate, wie verlief die Urlaubssaison für Hotels und Gaststätten? Haben sich neue Verhaltensweisen der Gäste herausgebildet?

Beherbergungsbetriebe, die Touristen ansprechen, hatten im Sommer eine ziemlich gute Belegung. Teilweise war ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr zu verbuchen. Es kamen auch neue Gästegruppen, die sonst nicht da waren. Gastronomen mit Außenbewirtschaftung konnten während der warmen Monate den Wegfall vieler Plätze durch Abstandsvorgaben kompensieren. Wert legten die Gäste aber auf Außensitzplätze.

Gab es signifikante Schwerpunkte – im Positiven wie im Negativen? Konnte die Branche wenigstens einen Teil der Einbußen durch den Lockdown wieder ausgleichen?

Gäste zog es vermehrt in Ferienwohnungen. Die touristischen Regionen wie Schwarzwald oder Bodensee waren im Sommer gut gebucht. Eindeutige Verlierer sind die Betriebe, denen Reisegesellschaften, denen Kongress- und Tagungsgäste, denen Gäste aus Übersee fehlen. Nach wie vor geschlossen sein müssen Diskos und Klubs, die immer noch keine Perspektive haben. Caterer leiden ebenfalls erheblich. Die in März, April und Mai entstandenen Verluste konnten aber nicht kompensiert werden. Landesweit rechnen wir mit 3 bis 4 Mrd. Euro weniger Umsatz. Diese lassen sich nicht aufholen.

Wie geht es weiter? Was erwartet die Branche? Wo sollte staatlicherseits nachjustiert werden?

Gäste mögen derzeit nicht gerne in geschlossenen Räumen sitzen. Und durch die Abstandsregelungen fallen ca. 60 Prozent der Sitzplätze im Innern weg. Das gilt es aufzufangen. Die Umwandlung von Parkplätzen in Außenbewirtungsplätze beispielsweise war eine sehr gute Idee. Es gilt nun, alles zu unternehmen, um die Saison des Draußen-Sitzens zu verlängern. Im Übrigen kann Unterstützung durch das Absenken oder Aussetzen von Sondernutzungsgebühren, durch das behutsame Zulassen von zusätzlichen Sitzflächen oder bei der Sperrzeit erfolgen. Die Verwaltung hat gezeigt, dass sie flexibel agieren kann. Ob das alleine ausreicht, ist aber fraglich.

Das Interview führte Stefan Pawellek.

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