Markgräfler Bürgerblatt

Drei Fragen an…

Foto: privat

 

Milan Schulz, 1. Vorstand der Rheingeister Hartheim e.V.

Der studierte Betriebswirt, Jahrgang 1992, und bei der Sparkasse tätig, ist seit seiner Geburt Mitglied bei den Rheingeister Hartheim e.V. Mitglied. Von 2008 bis 2012 Beisitzer in der Vorstandschaft als Jugendwart , von 2012 bis 2016 als 2. Rechner und seit April 2016: 1. Vorstand. Der „verbandelte“ Narr sagt über sich: „Ich bin der richtige für „Drei Fragen…“, da ich seit meiner Geburt die Hartheimer Fasnet lebe und schon immer mit Leidenschaft und vollem Einsatz für unseren Verein und die Traditionen der Hartheimer Fasnet alles gebe!“

Was ist für Sie das Besondere an Fasnet? Was ist das Besondere an Hartheims Fasnet?

An Fasnet herrscht eine besonders gelöste Stimmung im Vergleich zum sonstigen Alltagsstress, getreu nach dem Motto: „Wir wollen an Fasnet was erleben, was das Leben schöner macht.“ , ein Zitat aus unserem eignen Rheingeisterlied „Hauptsach Egal“. Nicht zu vergessen unsere besondere Atmosphäre im Verein, wir bezeichnen uns selbst gerne als „Rheingeisterfamilie“ .

Wir versuchen auch zusammen mit unseren anderen Narrenvereinen in Hartheim die Hartheimer Fasnettraditionen zu bewahren und so zu gestalten, dass alle daran Spaß haben. Mit den Narrentreffen der Hardemer Bäseridder und Feldkircher Schloßturmhexen, unserer zwei Bunten Abende, der Hemdglunkiparty am Schmutzigen Donnerstag, dem Fasnachtssonntagumzug oder dem restlichen bunten Programm über die Fasnetstage ist in Hartheim einiges geboten.

Ist Fasnet auch heute noch eine Sache aller, oder steigt beispielsweise die Jugend aus, weil sie Fasnet für eine veraltete Brauchtumssache hält? Weibliche Narren, im Vorstand – ein beleg für die „moderne Fasnet“?

Ganz und gar nicht. Fasnet liegt meiner Meinung nach absolut im Trend. Wir haben in den letzten Jahren viele junge Mitglieder dazu gewonnen und können uns über den vorhandenen Nachwuchs, auch aus den eigenen Reihen, nicht beschweren. Wir versuchen die jungen Mitglieder an unsere Traditionen heranzuführen und Aufgaben an sie zu verteilen, damit auch sie Verantwortung übernehmen können und dadurch auch Spaß an unserem Vereinsleben finden.

Meistens kommen die Leute von sich aus auf uns zu und informieren sich über unsere Vereinsaktivitäten und sind dann auch oft schnell begeistert. Oder einer unserer Mitglieder hat jemanden in seinem Freundeskreis, bei dem er bemerkt, dass er zu uns passen würde und wird dann angesprochen, ob er mal Lust hätte bei uns rein zu schnuppern.

Dass Narrenzünfte modern sind würde ich auf jeden Fall zustimmen, allerdings hat das nichts damit zu tun, dass wir auch viele weibliche Mitglieder in der Vorstandschaft haben. Die Vorstandschaft ist so mit der Zeit zusammengewachsen, wenn ein Posten frei wird überlegen wir zusammen, welches Mitglied in diese Position aufrücken könnte und geeignet dafür ist.

Bunte Abende, Umzüge etc. sind essentielle Bestandteile der Fasnet. Besteht aus Ihrer Sicht dafür Gefahr, weil die Auflagen der Behörden immer dichter und teurer werden: Sicherheit, Brandschutz, Aufräumarbeiten nach den Umzügen, teure Security gegen „vorgeglühte“ Pseudonarren? Sehen Sie hierdurch mittel- bis langfristig die Fasnet, wie wir sie kennen, gefährdet?

Ich denke auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort mit „Ja“ oder „Nein“. Den Auflagen geht meistens ein Vorkommnis voraus, sie werden nicht ohne Grund erfunden. Jedoch sind einige Vorlagen dann so gestaltet, dass sie für uns Narrenvereine schwierig und nur kostenintensiv umzusetzen sind. Oft haben diese Vorkommnisse leider mit den von Ihnen angesprochenen „Pseudonarren“ zu tun, wobei wir speziell in Hartheim damit bisher noch keine großen Probleme hatten. Hier spielt es uns denke ich in die Karten, dass Hartheim keine direkte Zuganbindung hat.

Ich kenne Veranstaltungen bei denen es massive Probleme gibt in diesem Bereich, speziell bei Umzügen, natürlich gefährdet dieses Verhalten die traditionelle Fasnet. Wir Narrenvereine wollen nicht dem Ruf nachhängen, uns nur auf den Alkoholkonsum zu konzentrieren, in erster Linie wollen wir Spaß haben und diesen an die Besucher unserer Veranstaltungen weitergeben.

 

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