Markgräfler Bürgerblatt

DLRG Sondereinsatz gegen die Corona-Welle

Mit Wellen kennen sie sich aus: die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Normalerweise sind Flüsse und Seen ihr Einsatzgebiet, im Zuge der heranrollenden zweiten Welle an Corona-Infektionen griffen die DLRG-Wasserretter zum Telefonhörer.

Im Rahmen des Bevölkerungsschutzes unterstützten insgesamt 20 Einsatzkräfte aus sieben Ortsgruppen des DLRG-Bezirks Breisgau das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen bei der Kontaktnachverfolgung. Die DLRG stellte dabei das größte Kontingent an Helfern für die Kontaktnachverfolgung, weiteres Personal kam zudem von der Bergwacht Schwarzwald, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Jetzt werden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Soldaten der Bundeswehr abgelöst.

Täglich, auch an Wochenenden, waren zwischen drei und fünf DLRG-Helfer von 8.30 bis 16.30 Uhr im Einsatz um Infektionsketten nachzuverfolgen. „Meistens wurde es später, bis die Kontakte der jeweiligen ,Indexpatienten‘ abtelefoniert waren“, berichtet Mirco Bahr, Leiter Einsatz des DLRG-Bezirks Breisgau. Insgesamt leisteten die Helfer rund 410 Dienststunden.

Die Erfahrungen seien laut Bahr gemischt. Manche Fälle mit uneinsichtigen Bürgern seien sehr schwierig gewesen. Es gebe aber auch sehr umsichtige Leute, die sich schon selbst in Quarantäne begeben haben, ohne auf die Anordnung der Ortspolizeibehörde zu warten. Ab und an seien auch ein paar tröstende und einfühlsame Worte notwendig gewesen, sagt Mirco Bahr.

Am Anfang stand jedoch zunächst eine Schulung, bei der es um Infektionsketten, die zeitlichen Abläufe von Infektionen sowie die Beurteilung der Qualität von Kontakten ging.

„Wenn Menschen in Not Hilfe brauchen, dann bin ich da“, antwortet Martin Zölle von der DLRG-Ortsgruppe Freiburg auf die Frage, warum er sich im Wasserrettungsdienst und im Bevölkerungsschutz engagiert. „Mir hat die Arbeit Spaß gemacht. Und ich hatte das Gefühl, wir schaffen etwas“, berichtet der 26-jährige Elektroingenieur. Auch von der Amtsärztin hätten die Ehrenamtlichen viel Lob bekommen, freut er sich. Er habe auch nur positive Erfahrungen gemacht und nur verständnisvolle Menschen am Telefon gehabt, berichtet Zölle von der täglichen Arbeit. Wenn es mal komplizierter wurde, habe er nur sechs bis sieben Leute an einem Tag abtelefonieren können. Normal sei etwa ein Dutzend Anrufe gewesen, ergänzt er. Neben dem Anrufen der Indexpatienten und deren Kontakten galt es zwischendurch auch Fragen mit den Amtsärzten zu klären und die Fälle zu dokumentieren, sagt Zölle.

Der Entwicklungsingenieur freut sich darüber, dass sein Arbeitgeber auch Verständnis für den Einsatz gezeigt hat, und ihm den Rücken stärkt. Das sei heutzutage nicht selbstverständlich, sagt der 26-Jährige Freiburger.

 

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